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FSJ in Tschechien

Bildungsinländer — ein Nachteil?!

13 Jahre Schule und gleich zwei Abschlüsse?! Wer träumt nicht davon, und es ist tatsächlich möglich: Zum Beispiel am hiesigen F.X. Šaldy Gymnasium, das sich mit einer „Deutschen Abteilung“ rühmt. Wer hier seine „maturita“ macht, hält nach vier Jahren Oberstufe auch gleichzeitig das deutsche Abitur in der Hand und gilt als „Bildungsinländer“ in Deutschland. Ein Vorteil, das liegt auf der Hand, es erspart einem lästige Aufnahmeprüfungen an deutschen Unis und viele bürokratische Umwege.

Aber der Preis dafür ist enorm: Fachunterricht wird sowohl auf Deutsch als auch auf Tschechisch erteilt. Man könnte meinen, dass man dadurch ergänzend lernt, aber genau das Gegenteil ist der Fall: Inhaltlich unterscheiden sich die Abschlüsse stark. Während in der „maturita“ das Auswendiglernen höchst komplizierter mathematischer Formeln gefragt ist, verweist der Deutsche stolz auf seinen Anforderungsbereich III – selbst denken!

Wer als Ausländer ein deutsches Abitur erwirbt, hat in der Regel doppelt so viel dafür tun müssen, wie ein Muttersprachler aus Deutschland, aber das wird nirgendwo vermerkt. Als Bildungsinländer zählt es nicht, ob du Tscheche bist oder nicht. Dein Abitur von 2,5 reicht dann für den gewünschten Studiengang nicht aus, obwohl es locker einer Leistung von 1,0 entspricht. Zwar sprechen die Abiturienten Deutsch auf fast muttersprachlichem Niveau, aber das wird von Bildungsinländern auch kompromisslos erwartet. Verständlich, aber vielleicht sollte man an der einen oder anderen Stelle doch mal darüber nachdenken, wie viel Arbeit und Mühe hinter diesem Wort stecken kann.

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 13, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 13, 2010

FSJ in Nicaragua

Nicht nur Kaffee kochen

Als ich am nächsten Tag im Städtepartnerschaftsbüro erschien, hatte ich bereits ein paar Ideen, die ich während meines Praktikums umsetzen wollte. Ich war froh, als mir Conni sagte, dass Praktikanten bei ihr nicht nur Kaffee kochen, sondern richtige Projekte auf die Beine stellen sollen. Schon während meines Jahres in Nicaragua sind mir mehrere Ideen für Projekte gekommen, und ich empfand es als Glück, dass ich nun weiter mit diesem Land zu tun haben würde. Gleichzeitig war ich auch gespannt, was Conni mir vorschlagen würde.

Und gleich ihr erster Vorschlag sollte mich für die nächsten Wochen beschäftigen: Es ging um die San Carlos-Fiesta, die seit 2007 im Oktober jeden Jahres als Benefiz-Fest veranstaltet wird. Hier konnte ich auch Ruth in die Arbeit des Partnerschaftsbüros integrieren, was quasi mein zweiter Auftrag war. Wie wäre es mit einer kleinen Fotoausstellung über den Alltag, die Feste, das nicaraguanische Essen? Ich hatte super-schöne Fotos, und so kam es, dass Ruth und ich innerhalb der nächsten Wochen als erstes fünf große Plakate über das Leben der Sancarleños kreierten.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 9, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 9, 2010

FSJ in Tschechien

Mikula?

In Tschechien kommt der Nikolaus am fünften Dezember. Er legt nicht etwa Schokolade in Stiefelchen, die vor der Tür stehen, während die artigen Kinderchen im Bettchen schlummern. Nein, er kommt am späten Nachmittag zu den Kindern und horcht sie aus, ob sie denn auch wirklich artig waren. So wurde es auch in meiner Grundschule zelebriert: Der Nikolaus polterte gegen die Tür und die Zweitklässler schrien auf. Ein kleines Mädchen krallte sich mit schreckensweiten Augen und Herzrasen an mir fest. Schnell wurde mir klar, warum. Der Nikolaus kam nicht alleine, er war in Begleitung einer Engelsschar und vieler grausiger Teufel mit klirrenden Ketten und einem großen dunklen Sack.

Sie bahnten sich den Weg durch die Klasse nach vorne, die Kinder wichen zurück. Nikolaus verlas mit grollender Stimme die Namen und verschüchtert stolperte ein jedes Kind nach vorne. Wer mit schwarzer Farbe im Gesicht und Tränen in den Augen zurückkam, wusste: Ich war nicht artig. Wer ein Bonbon in der Hand hatte und vor Erleichterung strahlte, war ganz offensichtlich ein Musterschüler. Am härtesten traf es jedoch den Klassenclown: Ohne Rücksicht auf Verluste wurde er von den Teufeln in den großen schwarzen Sack gesteckt und unter schadenfreudigem Gejohle der Repräsentanten der Unterwelt aus der Klasse in die Hölle geschleift.
Natürlich ließ sich das nicht jedes Kind gefallen: In der dritten Klasse schlug ein Junge so heftig um sich, dass es fünf verkleidete Neuntklässler brauchte, um ihn aus dem Raum zu befördern. Nichtsdestotrotz wurde die Sache rigoros durchgezogen. 
Nikolaus ist eine (stilvolle) Erziehungsmethode in Tschechien.

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 8, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 8, 2010