interaktiv

FSJ in Tschechien

Wo weihnachtliche Stimmung aufkommt ?

Autor:
Inga

Rubrik:
auszeit nach dem abi

22.12.2010

Es ist ein pauschales Urteil, sehr subjektiv und ungerecht, es spiegelt in keinem Fall die Wahrheit wider und ist von Stereotypen nur so gespickt: Weihnachten in Tschechien und Polen ist eine Katastrophe. Fangen wir mit dem hässlichsten Weihnachtsbaum der Welt mitten auf dem Rathausplatz an: Die Tanne ist wunderschön gewachsen, sie würde überall auf der Welt einen Ehrenplatz einnehmen, nur nicht dort, wo sie nun leider steht. Über und über behangen mit Styroporsternen und einer grellblauen Lichterkette, die so rasant blinkt, dass sie mehr an ein Martinshorn als an besinnliche Weihnacht erinnert.

Neben der Tanne steht ein riesiger Lautsprecher, aus dem abwechselnd „Jingle Bells“, „Santa Claus is coming to town“ und ein lautes Knarzen dröhnt. Darunter versammelt sich eine Vielzahl schäbiger Hütten, allesamt mit Blink- und Blitzlichtern aller möglichen Farben ausgestattet. Hier und da ist hat sich jemand auf old-school-Weihnachten besonnen – das Ergebnis ist jedoch recht dürftig: eine 1cm dicke Pappfachwerkfassade thront über der Hütte und droht, bei der nächsten Schneewehe umzukippen.

Ein paar Schritte weiter wird der Weihnachtsmarkt neben der Uni in höchsten Tönen gelobt, meine Neugierde treibt mich auch dorthin und mein Sinn für weihnachtliche Ästhetik bald wieder hinaus, denn statt Freiluftmarkt stehen hier die Stände in riesigen ehemaligen Fabrikhallen (davon gibt es hier sehr viele). Sie ähneln Grabbeltischen im Schlußverkauf und tatsächlich kann man hier auch besser Socken und Unterwäsche als Glühwein kaufen. Und natürlich ist Santa Claus wieder mit von der Partie.

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