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FSJ in Tschechien

Vom Prüfungswahn der Tschechen

Ich erinnere mich noch gut an Zeiten, in denen ich von meinem Lehrer angeraunzt wurde, als ich nach dem Notenspiegel fragte. „Datenschutz!“ kam es einsilbig zurück und damit war die Sache erledigt. Meine zaghaften Einwände diesbezüglich in Tschechien wurden belächelt oder erst gar nicht verstanden. Hier hat nämlich (zumindest in der Grundschule) jeder Schüler ein so genanntes ?ákovská kni?ka (Schülertagebuch), in das der Lehrer bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine Note hineinschreibt, und das schon ab der ersten Klasse.

Ich traute meinen Augen kaum, als die kleine Eliška eine dicke rote eins in ihr Büchlein bekam und vor der ganzen Klasse gelobt wurde, nur weil sie in der Stunde ihr Verschen fehlerfrei aufsagen konnte. Umgekehrt drehte sich mir der Magen um, als Šimon aus der Sechsten in aller Öffentlichkeit Schelte und eine Fünf bekam, weil seine Hausaufgaben fehlten.

Ich beobachtete bald, wie Schüler jeglichen Alters mitten im Unterricht in Tränen zerflossen und dem Leistungsdruck nicht standhielten. Wie denn auch?! Bereits vor der ersten Klasse gibt es eine Aufnahmeprüfung, vor der weiterführenden Schule ebenfalls, von den Abiturprüfungen ganz zu schweigen und unabhängig vom Abischnitt gibt es an jeder Uni vorab noch einmal eine Prüfung. Ich lache fast, denke ich daran, dass meine erste Pflichtprüfung in der Schule das Abitur war und dort konnte man bei entsprechendem Punktepolster nur schwer durchfallen!

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jan 4, 2011
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jan 4, 2011

FSJ in Nicaragua

Oma mit 33

Mit der ganzen Situation überfordert hatte Cecilia, meine Gastmutter, ihrer Tochter und Noel schließlich verboten, sich zu treffen. Doch hatte das die beiden einander nur noch näher gebracht. Heimlich verabredeten sie sich, wenn meine Gastmutter nicht zu Hause war oder trafen sich abends in irgendwelchen Parks.

Als meiner Gastmutter klar wurde, dass sie nichts gegen die Beziehung der beiden tun konnte, setzte sie sich mit ihnen zusammen. Sie erzählte ihnen, dass sie sich noch gut daran erinnern könne, wie es für sie gewesen war, ein Teenager zu sein. Doch dass diese Zeit zu früh geendet hatte, da sie mit 17 schwanger geworden war. So erklärte sie ihnen, dass sie einfach schreckliche Angst habe, dass ihrer Tochter derselbe Fehler passieren würde, wie ihr damals. Nach langen Diskussionen gab sie ihnen schließlich die Erlaubnis, sich zu Hause zu treffen. „Allerdings müsst ihr mir eine Sache versprechen“, fügte sie hinzu, „Ich möchte nicht, dass ihr mich mit 33 zur Großmutter macht.“

Komisch, dachte ich mir, wie es in Deutschland ganz normal ist, dass dein Freund bei dir zu Hause schlafen darf, und es in Nicaragua ja schon fast revolutionär von meiner Gastmutter war, Noel zu erlauben, bei Dani zu übernachten. Als der Rest der Familie davon erfuhr, schimpften sie Cecilia und waren der Meinung, dass ihr Verhalten verantwortungslos sei. Sie werde schon noch sehen, was sie davon hätte, sagte ihre Schwester.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 27, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 27, 2010

FSJ in Tschechien

Wo weihnachtliche Stimmung aufkommt ?

Es ist ein pauschales Urteil, sehr subjektiv und ungerecht, es spiegelt in keinem Fall die Wahrheit wider und ist von Stereotypen nur so gespickt: Weihnachten in Tschechien und Polen ist eine Katastrophe. Fangen wir mit dem hässlichsten Weihnachtsbaum der Welt mitten auf dem Rathausplatz an: Die Tanne ist wunderschön gewachsen, sie würde überall auf der Welt einen Ehrenplatz einnehmen, nur nicht dort, wo sie nun leider steht. Über und über behangen mit Styroporsternen und einer grellblauen Lichterkette, die so rasant blinkt, dass sie mehr an ein Martinshorn als an besinnliche Weihnacht erinnert.

Neben der Tanne steht ein riesiger Lautsprecher, aus dem abwechselnd „Jingle Bells“, „Santa Claus is coming to town“ und ein lautes Knarzen dröhnt. Darunter versammelt sich eine Vielzahl schäbiger Hütten, allesamt mit Blink- und Blitzlichtern aller möglichen Farben ausgestattet. Hier und da ist hat sich jemand auf old-school-Weihnachten besonnen – das Ergebnis ist jedoch recht dürftig: eine 1cm dicke Pappfachwerkfassade thront über der Hütte und droht, bei der nächsten Schneewehe umzukippen.

Ein paar Schritte weiter wird der Weihnachtsmarkt neben der Uni in höchsten Tönen gelobt, meine Neugierde treibt mich auch dorthin und mein Sinn für weihnachtliche Ästhetik bald wieder hinaus, denn statt Freiluftmarkt stehen hier die Stände in riesigen ehemaligen Fabrikhallen (davon gibt es hier sehr viele). Sie ähneln Grabbeltischen im Schlußverkauf und tatsächlich kann man hier auch besser Socken und Unterwäsche als Glühwein kaufen. Und natürlich ist Santa Claus wieder mit von der Partie.

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 22, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 22, 2010