interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Mission impossible done!

Autor:
Inga

Rubrik:
auszeit nach dem abi

15.04.2011

„Ingaaa, wann sind wir da? Ingaaa, wie lange noch? Ingaaa, ich muss mal! Ingaaa, wie sagt man auf Deutsch ‚Zebra‘?“ „Wir sind gleich da, Eli, da gibt’s auch ne Toilette. Zebra heißt Zebra. Weitergehen! Eva, los, weiter geht’s!“ Es schien mir unmöglich 28 Erstklässler unfallfrei von der Schule in den Zoo zu befördern. Von meinem Ziel trennten mich lediglich zehn Minuten Fußweg, die Kinder machten daraus 25 und eine einzige nervliche Tortur für mich.
Die einzige offensichtliche Hürde, die zu nehmen war, bestand in der Querstraße direkt vor der Schule, jene mit der geschätzt höchsten Unfallquote in der ganzen Stadt. Auf den Zebrastreifen konnte ich mich überhaupt nicht verlassen, sechs Monate in diesem Land haben mir gezeigt, dass man mit Fußgängern nicht überall so liebevoll umzugehen pflegt wie in Deutschland.  Das bewies auch heute wieder ein besonders rücksichtsvolles Polizeiauto, das zwar mit Blaulicht, aber dennoch mit 80 Sachen mitten in der Innenstadt durch den Gegenverkehr sauste, während ich mit meinen Erstklässlern auf der Verkehrsinsel stand und nur noch hoffen konnte.
Der erste Schock war überstanden, der zweite folgte sogleich, nämlich als ich im Zoo gefühlte zehn erste Klassen sah, die sich sofort miteinander vermischten und ich die zu mir gehörenden Kinder einfach nicht mehr erkannte! Ich zog an jedem einzelnen Kinderrucksack, um den Menschen dazu zu identifizieren, eine Ewigkeit dauerte das, schließlich konnte es aber doch weitergehen und auch die Klassenlehrerin tauchte auf. Welch Erleichterung! Aber Pause bedeutete das auf keinen Fall. Ob da nun ein oder zwei Lehrer waren, das war den Kleinen schnurz, sie tollten nur umso mehr herum. Trotzdem: Es war ein herrlicher Tag!

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