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Freiwilligendienst im Ausland

"Frühling lässt sein blaues Band ?"

Autor:
Inga

Rubrik:
auszeit nach dem abi

26.05.2011

„… wieder flattern durch die Lüfte. Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land …“ Wer musste sich nicht in der Schule mit Eduard Mörikes Frühlingsgesäusel herumschlagen, es analysieren und sich am Schluss zwangsläufig fragen, wie der Mensch auf so irrsinnige Verse kommt?!
Ich Ignorant. Vier Monate lang stiefelte ich durch bis zu einem Meter hohen Schneematsch, vier Monate lang flehte ich die Sonne an, den tiefgrauen, schweren Wolkenhimmel doch nur für wenige Minuten zu durchbrechen, vier Monate lang wurde meine Stimmung trüb und trüber, die Bäume blieben kahl, das einzige Grün zeigte sich auf der Werbefläche der Straßenbahn, die sich durch den Matsch kämpfte.
Erst Ende März war es soweit: Ich sah das erste Veilchen, das erste Schneeglöckchen und die ersten Sonnenstrahlen. Mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Die Ewigkeit war vorbei, es gab doch noch einen Frühling, hier war der Beweis, ich sah die ersten Vorboten. Doch noch war es kalt, der Winter lichtete sich zwar, aber ich hegte die Befürchtung, er würde wiederkommen, noch einmal über die Stadt, das Gebirge und mich herfallen. Er tat es nicht. Es wurde heller, die Bäume bekamen ihre ersten Blätter und die Sonne brachte das erste Mal Temperaturen über Null. Auf wundersame Weise verschwanden die bergehohen Schneehaufen, die das Stadtbild geprägt hatten. Ohne sie wirkte die Stadt seltsam leer, verändert. Der Winter war endlich verschwunden und nur die weißen Berggipfel am Horizont erinnerten noch an ihn …

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