interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Eine Stunde Nicaragua

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

05.07.2011

Als ich am Mittwochmorgen das Gymnasium betrat, war ich leicht aufgeregt. Mir war gesagt worden, dass ich die Unterrichtsstunde auf Spanisch halten, aber sehr langsam und deutlich sprechen sollte, da es durchaus einige gab, die Spanisch noch nicht so gut verstanden. „Ach ja, und mach dir keine Gedanken, wenn teilweise nur wenig Reaktion von den Schülern kommt, “ sagte die Lehrerin zu mir. „Einige von denen sind ganz schöne Schlafmützen.“ Schnell begriff ich, was sie gemeint hatte. Bereits als ich das Klassenzimmer betrat, lagen die Schüler mehr oder weniger lustlos auf den Bänken, und als ich mit dem Vortrag begann, blickten mich zunächst nur verschlafene, desinteressierte Gesichter an. Doch nach und nach kam Regung in die Runde. Als ich über die Parties der nicaraguanischen Jugendlichen sprach, tauchten die ersten Fragen auf. Aber auch die ganz anderen Lebensbedingungen, unter denen die meisten Kinder dort aufwachsen, interessierten sie, und als sie hörten, dass meine Gastschwester mit 14 schwanger wurde und es in Nicaragua durchaus normal ist, dass Jugendliche mit 17 oder 18 Jahren bereits zwei bis drei Kinder haben, wurde ich geradezu mit Fragen bombardiert. Als es zur Pause läutete, gab es immer noch so viele Fragen, dass wir vereinbarten, dass ich in der darauffolgenden Woche eine weitere Unterrichtsstunde übernehmen würde.

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