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Freiwilligendienst im Ausland

Start ins Unbekannte

Endlich konnte es losgehen! Der Traum von Neuseeland, den ich neun Jahre lang hatte, sollte nun Realität werden. Doch bevor ich flog, machte ich allen klar, dass dies mein halbes Jahr werden sollte, in dem ich mich nicht nach irgendwelchen Erwartungen, wie regelmäßigen Telefonaten richten wollte. So konnte ich ganz in Neuseeland ankommen. Und im Endeffekt meldet man sich dann doch regelmäßig, aber gerne!

Meine Englischversuche im Flugzeug fingen vielversprechend an: „Tee or coffee?“ „Yes“; „What’s your name?“ „No”. Von meinen 14 Punkten im Englisch-Abi musste ich mich schnell verabschieden – man fängt praktisch noch mal von vorne an. Aber Neuseeländer sind total entspannt und so war die Sprachbarriere nie ein wirkliches Problem.

Als ich dann endlich ankam und erst einmal gründlich auf Dreck an meinen Wanderschuhen untersucht wurde (zum Schutz des Ökosystems), stand ich völlig hilflos am Flughafen von Auckland. Die Reise hatte ich geschafft, aber was nun?

Ich hatte die Adresse vom Hostel und da ich völlig fertig war, verschob ich das „ich kriege alles ganz alleine hin“ auf den nächsten Tag und nahm ein Shuttle.

Im Hostel lebten alle wie eine große Familie zusammen, in die ich noch nicht so ganz reinzupassen vermochte. Überhaupt hörte ich immer wieder, dass Deutsche kalt und verschlossen seien. Damit musste ich lernen umzugehen, doch am Schluss konnte ich zu Deutschland, wie auch zu meiner vielleicht etwas reservierteren Art, stehen.

Trotzdem wird man immer schnell in die Gemeinschaft aufgenommen. Das Gefühl, mit anderen von Anfang an freundschaftlich und ohne Vorurteile zusammen zu leben, gehört zu den Dingen, die ich am meisten vermisse. Wo sonst würde ich den Flur betreten, eine ältere Frau am Aushang beim Kinoprogramm sehen und mich sofort mit ihr zu einem Kinoabend verabreden?

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 15, 2011
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 15, 2011

Freiwilligendienst im Ausland

Faszination Fahrrad: Von Bratislava nach Belgrad (Teil 1)

Die Sonne knallte nicht gerade vom Himmel, es waren auch keine 30 Grad im Schatten, im Gegenteil, es sah nach Wind und Regen aus. Und doch – nichts davon konnte die Laune der zehn radelwütigen Freiwilligen trüben, die sich anlässlich des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit aufgemacht hatten, Osteuropa per Fahrrad zu erkunden. Ausgerüstet mit regendichten Satteltaschen, Regenjacken, -capes und -hosen ging es los: Von Bratislava bis nach Belgrad, immer entlang der Donau.

Der Donauradweg ist bekannt – zumindest von Passau bis Wien, alles, was dahinter kommt, sind für die meisten böhmische Dörfer, oder sagen wir besser: ungarische. Mal geht es auf der ungarischen, mal auf der slowakischen Seite am Fluss entlang. Viel ändert sich nicht: Maisfelder, Regen, Sonnenblumenfelder, Regen, dafür aber fantastische Stimmung und eine ganz besondere Atmosphäre. Hinter dem ungarischen Städtchen Esztergom tauchen am zweiten Tag Berge auf. Sie sind nebelverhangen und obendrauf thront eine Burg die nur schemenhaft zu erkennen ist.

Es regnet immer noch, der Regen macht die unheimlich intensive Stimmung aus. Es sind so viele Schnecken auf dem Weg, dass ich nicht ausweichen kann. Heute ist eine lange Etappe, bis nach Budapest hinein, erst gegen Abend hört es auf zu regnen, aber eigentlich ist es egal, es ist sowieso alles durchnässt. Plötzlich tauchen sie vor uns auf: Die Wahrzeichen Budapests an der Donau, unzählige Lichter spiegeln sich im Donauwasser, Brücken erleuchten die Dunkelheit, ein Anblick, der mir den Atem raubt. Wie einmalig ist es, mit dem Fahrrad in der Abenddämmerung eine der prächtigsten Städte Europas zu entdecken?!

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 11, 2011
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 11, 2011

Freiwilligendienst im Ausland

Als WWOOFerin in Neuseeland unterwegs

Bevor es losging, mussten wir uns überlegen, auf welche Weise wir Neuseeland bereisen wollten und so meldeten wir uns für 25 € bei WWOOF (willing workers on organic farms) an. Das funktioniert so: Für die potenziellen Gastgeber erstellt man ein Profil im Internet und erhält das WWOOF-Buch, das die Mitgliedsnummer und die Profile der Farmen enthält, die man dann meist telefonisch kontaktiert. In meinem Profil steht beispielsweise, dass ich neue Lebensweisen und Menschen kennen lernen möchte, etwas über mich selbst erfahren will und dabei am ökologischen Arbeiten als auch am Leben in einer neuseeländischen Familie interessiert bin.

Das Grundprinzip von WWOOF ist einfach: Du gibst mir etwas, ich gebe dir etwas.

Gegen Kost und Logis hilft man zwischen drei und sechs Stunden täglich in einem Betrieb (wirkliche ökologische Farmen habe ich wenige gesehen) mit. Größtenteils wird Arbeit auf Farmen, Obstwiesen, in Weingärten, aber auch in Gebäuden, die alternative Energien fördern, angeboten. Man jätet Unkraut, pflückt Obst oder putzt. Idealerweise lernt man dabei Land und Leute kennen und trifft viele andere „Wwoofer“ aus allen Ländern der Welt. WWOOF ist weltweit aktiv und präsentiert sich in jedem Land anders. Typisch für Neuseeland ist es, den Auspruch ‚organic farms’ nicht so genau zu nehmen. So reicht ein einfacher Gemüsegarten am Haus, um mit einem „100% ökologisch“ ins WWOOF-Buch aufgenommen zu werden.

WWOOF bereitet einen nicht persönlich vor und überprüft auch die Farmen, auf denen man später arbeitet, nicht. So kann man vom Schlafen in einem dreckigen Schuppen bis zur Unterbringung in einer Villa alles erwischen. Gefällt es einem jedoch auf der Farm nicht, kann man jederzeit gehen.

Ich fand „Wwoofen“ wirklich gut und würde es jedem empfehlen, der nicht darauf angewiesen ist, viel Geld zu verdienen. Die Erfahrungen, die ich in dieser Zeit sammeln konnte, sind nämlich mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 9, 2011
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 9, 2011