interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Start ins Unbekannte

Autor:
Miriam

Rubrik:
auszeit nach dem abi

15.08.2011

Endlich konnte es losgehen! Der Traum von Neuseeland, den ich neun Jahre lang hatte, sollte nun Realität werden. Doch bevor ich flog, machte ich allen klar, dass dies mein halbes Jahr werden sollte, in dem ich mich nicht nach irgendwelchen Erwartungen, wie regelmäßigen Telefonaten richten wollte. So konnte ich ganz in Neuseeland ankommen. Und im Endeffekt meldet man sich dann doch regelmäßig, aber gerne!

Meine Englischversuche im Flugzeug fingen vielversprechend an: „Tee or coffee?“ „Yes“; „What’s your name?“ „No”. Von meinen 14 Punkten im Englisch-Abi musste ich mich schnell verabschieden – man fängt praktisch noch mal von vorne an. Aber Neuseeländer sind total entspannt und so war die Sprachbarriere nie ein wirkliches Problem.

Als ich dann endlich ankam und erst einmal gründlich auf Dreck an meinen Wanderschuhen untersucht wurde (zum Schutz des Ökosystems), stand ich völlig hilflos am Flughafen von Auckland. Die Reise hatte ich geschafft, aber was nun?

Ich hatte die Adresse vom Hostel und da ich völlig fertig war, verschob ich das „ich kriege alles ganz alleine hin“ auf den nächsten Tag und nahm ein Shuttle.

Im Hostel lebten alle wie eine große Familie zusammen, in die ich noch nicht so ganz reinzupassen vermochte. Überhaupt hörte ich immer wieder, dass Deutsche kalt und verschlossen seien. Damit musste ich lernen umzugehen, doch am Schluss konnte ich zu Deutschland, wie auch zu meiner vielleicht etwas reservierteren Art, stehen.

Trotzdem wird man immer schnell in die Gemeinschaft aufgenommen. Das Gefühl, mit anderen von Anfang an freundschaftlich und ohne Vorurteile zusammen zu leben, gehört zu den Dingen, die ich am meisten vermisse. Wo sonst würde ich den Flur betreten, eine ältere Frau am Aushang beim Kinoprogramm sehen und mich sofort mit ihr zu einem Kinoabend verabreden?

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