interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Die Auto-Frage

Autor:
Miriam

Rubrik:
auszeit nach dem abi

06.09.2011

Wie wollten wir eigentlich durch Neuseeland reisen? Gute Frage, nächste Frage. War es in Deutschland noch sonnenklar erschienen, dass wir uns ein Auto kaufen, überkamen uns vor Ort Zweifel. Wir hörten schlimme Geschichten von betrogenen Autokäufern oder Leuten, die am Ende heimreisen mussten, ohne das Auto verkauft zu haben.

Als Alternative boten sich die Backpacker-Busse an, die auf festgelegten Routen durchs Land fahren. Wir konnten uns nicht entscheiden und buchten zuerst einmal den „Overlander“, einen „Bummelzug“, der von Auckland (im Norden der Nordinsel), vorbei an schneebedeckten Bergen, bis ans untere Ende der Nordinsel fährt: in die Hauptstadt Wellington.

Wellington trägt den Beinamen „windy Welly“ und ist gar nicht so, wie wir uns eine Großstadt vorstellen. Die Stadt liegt direkt am Meer, die Leute sind entspannt und überall sind Berge. An guten Tagen kann man sogar bis zur Südinsel sehen, die man mittels einer Fähre innerhalb von drei Stunden erreicht.

Meine Mitreisende Elena hat Verwandtschaft in Wellington und wie es der Zufall so wollte, war der Schwiegervater ihrer Cousine Autohändler und beschaffte uns ein von ihm geprüftes Auto für 1.200 Euro, das wir vor der Heimreise wieder abgeben und von ihm verkaufen lassen durften. Wenn das kein Glück war!

Nur ein einziges Mal haderten wir mit dem Schicksal, nämlich als wir unbedingt weiter in einem Hostel in Christchurch arbeiten wollten, dann aber gehen mussten, weil es keine Arbeit mehr für uns gab. Vier Tage später passierte das Erdbeben, bei dem viele Menschen starben und auch unser Hostel zusammenstürzte. Vielleicht waren es die vielen positiven Gedanken der Daheimgebliebenen, ein Schutzengel oder einfach Glück. Jedenfalls ging immer alles gut aus, wir waren privilegiert in unseren Erfahrungen und unendlich reich an Begegnungen mit tollen Menschen.

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