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Freiwilligendienst im Ausland

No, we don't clean too much here — die Arbeit im Hostel (Teil 1)

Wer sparen will, sollte unbedingt in einem Hostel arbeiten. Dafür nimmt man sich am besten das BBH-Hostel-Buch oder den Lonely Planet mit den Adressen der Hostels zur Hand und telefoniert alle ab. Oder man geht persönlich vorbei und erhöht so die Chancen auf einen Job. Die Arbeit in einem Hostel bietet drei entscheidende Vorteile: Erstens hat man oft den Nachmittag frei (Auf die Frage eines Gastes, ob wir hier viel arbeiten müssten, antwortete ich versehentlich: „No, we don’t clean too much here“). Zweitens muss man auch hier meistens nicht allzu lange bleiben und hat somit genug Zeit herumzureisen. Außerdem entstehen engere Freundschaften, wenn man zusammen arbeitet, oder sich jeden Tag sieht, wenn Gäste länger im Hostel wohnen.

Zu den Aufgaben gehört Betten beziehen, Zimmer saugen, den Müll leeren, Bäder und Küche putzen. Bei manchen Hostels hat man Rezeptions- und Waschdienst, muss den Hostel-Van fahren, Brot backen oder im Garten arbeiten. Das hört sich jetzt vielleicht nach viel an, aber man ist selten alleine und arbeitet nur zwischen einer und vier Stunden. In einem etwas skurrilen Hostel bekamen wir einmal den Auftrag, eine Collage aus Gesichtern zu basteln, die die Besitzerin dann über die Badewanne hängte, damit man sich beim Baden beobachtet fühlt: „Und klebt Johnny Depp ja in die Mitte!“

Im Gegenzug darf man dann umsonst im Hostel übernachten und bekommt manchmal sogar Frühstück. Aber nur, wenn das Hostel das auch für die Gäste anbietet. Einmal gab es sogar eine Arbeiterwohnung, in der ich mit meinen zwei Mitreisenden, mit einer Dänin, zwei Franzosen und einem Israeli, wohnen durften. Aus Platzmangel musste ich allerdings im Jungs-Raum schlafen, was jedoch auch mal ganz gut war, denn ständig mit Frauen zusammen zu sein, kann ganz schön anstrengend werden.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 31, 2011
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 31, 2011

Freiwilligendienst im Ausland

Die verlorene Kultur

Wie schon erwähnt, sind die Maori die Ureinwohner Neuseelands. Sie kamen im 13. Jahrhundert von Polynesien nach Neuseeland. Heute stellen sie nur noch knapp 15 Prozent der Bevölkerung, kaum einer spricht noch die ursprüngliche Sprache und die Arbeitslosigkeit unter den Maori ist dreimal so hoch wie in der weißen Bevölkerung. Einige der Maori leben in abgelegenen Siedlungen (meist an der Ostküste der Nordinsel) und so hatte ich eigentlich so gut wie keinen Kontakt zu ihnen. Der Staat versucht die Maori-Kultur aufrecht zu erhalten, was mir jedoch meist als Inszenierung für die Touristen erschien.

Trotzdem wollte ich etwas über diese Kultur lernen und sah mir deshalb gemeinsam mit meinen Mitreisenden eine Maori-Tanzaufführung im „Museum of Auckland“ an. Wir sahen den beeindruckenden Kriegstanz Haka, der heute noch vor Rugbyspielen aufgeführt wird. Außerdem lernten wir, wie man zeigt, dass man sich über die Bäume freut, indem man die Hände schüttelt und dabei die Arme hoch und runter bewegt.Weniger gern hätte ich allerdings erfahren, dass mein Spitzname Mimi auf Maori „pissen“ heißt.

Die meisten Touristengruppen sind hier übrigens aus Deutschland (mit Abstand) und Israel. Ein Israeli meinte, dass er den Deutschen anmerke, dass sie sich für das, was die Deutschen den Israeli angetan haben, schämen würden. Er erzählte auch, dass er sich als Kind geweigert habe, deutsche Produkte zu kaufen. Doch in Neuseeland habe er viele gute deutsche Freunde gefunden. Und jetzt ratet, wer mich letzte Woche hier in Deutschland besucht hat!

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 25, 2011
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 25, 2011

Freiwilligendienst im Ausland

Dieses Mal würde es anders sein

Als ich mich am Flughafen von meiner Mutter verabschiedete, konnte ich immer noch nicht glauben, dass ich in ein paar Stunden schon wieder in Lateinamerika sein würde. Jedes Mal, wenn ich ein Flugzeug betrat, erschien es mir unglaublich, dass diese Maschinen es einem ermöglichen, innerhalb von wenigen Stunden Tausende von Kilometern zurückzulegen und in einer völlig anderen Welt zu sein.

Bei dem Gedanken an mein geliebtes San Carlos bekam ich eine Gänsehaut. Ich konnte die leichte Abendbrise schon fast auf meiner Haut spüren. Den Wind, der mir das Haar zerzauste, während ich an der Uferpromenade am Nicaraguasee saß. Ich hatte noch alles ganz genau in Erinnerung, doch war ich auch etwas nervös. Dieses Mal würde es anders sein. Ich war keine Freiwillige mehr und Ruth, die meine beste Freundin in Nicaragua gewesen war, befand sich immer noch in Deutschland. Außerdem war ich ziemlich aufgeregt bei dem Gedanken, meinen Freund Peluti wieder zu treffen. Natürlich freute ich mich unglaublich auf ihn, da wir uns jetzt schon über ein halbes Jahr nicht mehr gesehen hatten, doch hatte ich auch ein bisschen Angst davor, dass unser Wiedersehen komisch werden würde. Wir hatten uns beide in Gedanken ausgemalt, wie es sein würde, uns nach sechs Monaten wieder zu sehen. Doch was, wenn wir uns mit der Zeit verändert hatten?

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 19, 2011
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 19, 2011