interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

No, we don't clean too much here — die Arbeit im Hostel (Teil 2)

Autor:
Miriam

Rubrik:
auszeit nach dem abi

17.11.2011

Bei einem der Hostels gehörte es auch zu unseren Aufgaben, den Hostel-Van zu fahren, um damit Gäste zum Flughafen oder Supermarkt zu bringen. Und nein, ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als in einem superbreiten Van voller Gäste, ohne Ortskenntnisse und im Linksverkehr zu fahren. Als ich eines abends mit einer vagen Wegbeschreibung und dem Van voller Gäste zum ersten Mal zum Supermarkt fahren sollte, musste ich die Insassen beschämt um Hilfe bitten. Daraufhin riefen alle wild durcheinander und als wir dann um die letzte Ecke bogen und den Supermarkt tatsächlich sahen, brachen wir alle in Jubel und Siegesgeschrei aus.

Dann hatte ich ein noch weniger erfreuliches Erlebnis. Der Tag fing schon damit an, dass ich mit Brandblasen im Gesicht aufwachte, die ich mir am Tag zuvor am Strand zugezogen hatte (Vorsicht vor dem Ozonloch!). Ich hatte mal wieder Fahrdienst und im Terminplaner stand: „Flughafen, 8 Uhr.“ Ich fuhr als um acht Uhr los, um den Gast vom Flughafen abzuholen. Als ich fast am Ziel war, klingelte plötzlich das Autotelefon und ich erfuhr, dass der besagte Gast gerade völlig ausraste, weil ich nicht im Hostel sei, um ihn zum Flughafen zu fahren und er wegen mir seinen Flug verpassen würde. Ich fuhr also schnellstmöglich zurück (verantwortungsvolle Anweisung meines Chefs: „Fahr, so schnell du kannst!“), rannte ins Hostel und rutschte auf dem vom Regen nassen Holzdeck aus. Die Folge war eine bunte Rippenprellung, aufgerissene Haut und eine weinende Miriam. Mein Chef fuhr den tobenden Gast schließlich selbst zum Flughafen.

Ansonsten machte die Arbeit aber Spaß. Wir hörten Musik („Wanna see my Michael-Jackson-Dance-moves?“), saugten mit einem tragbaren Staubsauger auf dem Rücken (Ghostbusters!), redeten dummes Zeug („Give me the shit, please” – „I guess you mean the sheets?!”) und erhielten interessante Putzanleitungen: „Make sure, that everything seems to be nice and clean!”

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