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Freiwilligendienst im Ausland

Neuseeland — die Landschaft (Teil 1)

Autor:
Miriam

Rubrik:
auszeit nach dem abi

24.11.2011

Wie stellt man sich Neuseeland vor? Grüne Wiesen, blauer Himmel, Schafe so weit das Auge reicht, Vulkane, Gletscher, Geysire und traumhafte Strände. Klingt zu perfekt, um wahr zu sein? Ist es aber. Am Anfang bin ich das Gefühl nicht losgeworden, in einer bearbeiteten Postkarte oder einem Bilderbuch rumzulaufen. Irgendwie war alles intensiver. Der Himmel war blauer, die Luft frischer und das Land weiter. Es gab Tage, an denen wurde mir die Schönheit der Landschaft fast schon zu viel, weil ich die unendlich zahlreichen und wunderschönen Bilder einfach nicht mehr aufnehmen und verarbeiten konnte. Wer hätte gedacht, dass man auch von Schönheit zu viel bekommen kann?! Aber so ist das einfach in Neuseeland. Das liegt vor allem daran, weil sich immer so viel Schönes beisammen findet. Neuseeland ist so klein und bietet doch so viel. Da wird sogar die Fahrt zum eigentlichen Sightseeing-Objekt zum Erlebnis.

In Fällen von „Schönheits-Overload“ haben wir dann einfach einen Relax-Tag auf dem Sofa mit Zeitschriften, heißer Schokolade und Keksen eingelegt. Anfangs tat ich mir mit solchen „vergeudeten“ Tagen schwer, da ich meine Zeit sinnvoll nutzen wollte und noch so viel auf meiner Liste hatte, was ich unbedingt sehen wollte. Doch ich lernte schnell, dass das der falsche Ansatz ist. Mir hat dabei sehr geholfen, was der Mönch Anselm Grün gesagt hat: „Wer nur viel erleben will, der hat den Sinn des Lebens nicht erfasst. Die Begegnungen und Erfahrungen unserer Reise wollen uns zu uns selbst führen.“

Über die grünen Wiesen, die das Landschaftsbild von Neuseeland so entscheidend prägen, sollte man vielleicht noch wissen, dass sie ursprünglich gar nicht zum Landschaftsbild gehörten. Da war das ganze Land nämlich von Urwald bedeckt und wurde dann erst von den englischen Siedlern gerodet, damit es zum einen mehr nach ihrer Heimat aussah und zum anderen besser bewirtschaftet werden konnte. Die Hügel, die darunter zum Vorschein kamen, sind Vulkane. Allein in Auckland findet man 50 von ihnen. Die Rodung brachte aber auch Probleme mit sich, weil die starken Baumwurzeln die Erde an ihrem Platz hielten und es seither viel eher zu Erdrutschen kommen kann. Des Weiteren verschwand ein wichtiger Rückzugsort für die heimischen Tiere, wie zum Beispiel den Kiwi, der heute vom Aussterben bedroht ist.

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