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Freiwilligendienst im Ausland

Drei Tage alleine unterwegs

Ich wollte nicht heimfliegen, bevor ich nicht gesehen hatte, wie es ist, alleine zu reisen. Es ist allerdings nicht ganz so leicht sich zu trennen, wenn man zusammen mit demselben Auto reist. Eigentlich arbeiteten wir zu der Zeit in einem Hostel, aber die Besitzer waren so freundlich, mir drei Tage frei zu geben. Also bin ich los. Und auch wenn es nur ein paar Tage waren, so habe ich doch die geballte Ladung abbekommen.

Ich betrat mein Hostel und war sofort im Gespräch, ich trat an das Schwarze Brett und war zum Kino verabredet, ich buchte einen Segeltrip und bekam das Angebot, mich mit anderen Gästen dort zu treffen und ich unterhielt mich mit völlig Fremden – und war aufgeschmissen. Einerseits waren nur Muttersprachler in dem Hostel und andererseits konnte ich niemanden mehr fragen, was derjenige gesagt hatte. Wundervoll! Wie viel mehr muss mal wohl lernen, wenn man alleine unterwegs ist, wenn man schon in nur drei Tagen so viel Neues sieht?

Wären wir länger als ein halbes Jahr in Neuseeland geblieben, hätten wir uns auch sicher getrennt. Ich habe Leute kennengelernt, die zusammen nach Neuseeland flogen und sich dann nach einem Monat getrennt haben. Ich denke, das ist ideal, dann ist man am Anfang nicht alleine ist und trotzdem ist nicht die ganze Reise von Kompromissen geprägt.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Feb 13, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Feb 13, 2012

Freiwilligendienst im Ausland

Trinity

Die Dreieinigkeit. Damit meine ich in diesem Fall aber mich und meine beiden Mitreisenden: Mara und Elena. Alles fing damit an, dass mir jemand sagte, dass Mara aus meinem Religionskurs auch nach Neuseeland wolle. Da ich niemand anderen kannte, der ebenfalls den Wunsch hegte, schrieb ich ihr eine Mail (warum ich nicht persönlich mit ihr darüber geredet habe, weiß ich nicht mehr). Sie antwortete nicht. Irgendwann sprach sie mich dann an und es kam raus, dass ihre Antwortmail in meinem Spam-Ordner gelandet war. Sie konnte sich vorstellen, mit mir zusammen zu reisen (mehr als ein Gruppenarbeitsgespräch im Unterricht hatten wir bis dahin nicht geführt). Als wir dann Elena von unseren Plänen erzählten, hatte diese auch Lust, und somit war die Sache beschlossen. Mulmig war uns dabei aber schon ein bisschen und so versuchten wir, uns im Schnelldurchlauf zu berichten, was wir für Macken haben und was uns wichtig ist (ich habe gleich klargestellt, dass ich meinen Freiraum brauche), denn die können entscheidend für den Ausgang einer Reise sein.

Wir sind alle drei der Meinung, dass wir das echt gut hingekriegt haben, vor allem angesichts dessen, dass wir uns nicht kannten. Es hat sich aber doch schon herausgestellt, dass wir sehr unterschiedlich sind und sich die anderen beiden näher standen als ich ihnen. Aber das war okay, denn ich wollte eh öfter mein Ding durchziehen und auch mal was alleine machen. Mir wurde auch gesagt, dass ich dadurch offener wirken würde. Daheim musste ich mir das aber wieder abgewöhnen, einfach ohne etwas zu sagen loszugehen, wann ich wollte. Ich hatte Glück, aber im Allgemeinen sollte man sich gut überlegen, mit wem man reist, um es nachher nicht unnötig schwer zu haben. Außerdem schwächt das Zusammenreisen meistens die Intensivität der Erfahrungen und fordert stets das Schließen von Kompromissen.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Feb 6, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Feb 6, 2012

Freiwilligendienst im Ausland

Wie, alle Bars sind schon zu?

Zehn Uhr abends, Neuseeland, eine x-beliebige Innenstadt. Wir und ein paar Feierwillige aus dem Hostel. Zehn Uhr zehn: Wir beschließen heimzugehen. Ja, das kann passieren, denn um zehn Uhr abends sind Neuseelands Straßen ausgestorben. Samstagabends kann man in den größeren Städten schon was erleben. Doch befindet man sich in einer normal großen (für uns kleinen) Stadt, ist das Risiko hoch, nichts Geeignetes zu finden.

Apropos feiern: Silvester verbrachten wir als Arbeiter in einem Hostel, dessen Besitzerin die verrückteste Person ist, die ich kenne. Nichts, was sie sagte, konnte für bare Münze genommen werden. So kam es also, dass sie uns für Silvester, wie sie sagte, alkoholfreien Sekt gekauft hatte. „Klaaaar, sie macht wieder Witze“, dachten wir. Dieses Mal nicht. Und so habe ich das neue Jahr nüchtern erlebt. War aber trotzdem total schön. Wir hatten am Strand ein Feuer gemacht (das nicht so wirklich brennen wollte, also klauten wir Feuerscheite von unserem Nachbarn) und alles war still. Feuerwerk sucht man hier vergebens. Es war einfach toll, weil es anders war und irgendwie auch besinnlich.

Meine Freundin Elena bekam manchmal schlechte Laune, weil es ihr fehlte, von Menschen umgeben zu sein. Mit großem Entertainment kann man hier wirklich nicht rechnen (außer im Sport). Dafür findet man immer einen McDonald’s, KFC und Pizza Hut. Ein weiteres Problem sind die kränkelnden Funkwellen, die es vor allem auf der Südinsel einfach nicht bis zu unserem Auto schafften. Das hieß: Brooke-Fraser-CD rauf und runter.

Weihnachten haben wir im Hostel verbracht. Unglücklicherweise hatten sich nur deutsche Gäste eingebucht. Wir hatten also deutsches Weihnachten in Neuseeland, bei 30 Grad und Sonnenschein. Das hat sich mal so gar nicht nach Weihnachten angefühlt. Wir haben aber herausgefunden, wie das Weihnachtsgefühl sein muss, das alle Weihnachten Feiernden vereint: Das „Ich-kann-nicht-mehr-mein-Bauch-drückt-so-Gefühl“.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jan 23, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jan 23, 2012