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Freiwilligendienst im Ausland

Mögliche Ängste (Teil 2)

3. Wie ist es, im Linksverkehr zu fahren?

Leichter als man denkt. Gut, man betätigt öfter mal den Scheibenwischer statt des Blinkers und ja, ich bin zwei Mal auf der rechten Spur gefahren, aber es sind ja eh kaum Autos unterwegs. Als Großstadt mit viel Verkehr gehen nur Auckland und ein bisschen noch Wellington, Christchurch und Dunedin durch. Ansonsten folgt man einfach den anderen Autos. Wir hatten allerdings auch ein Automatik-Getriebe.

4. Werde ich Anschluss finden? Pack ich das auch alleine?

Bestimmt. Solang man sich selbst ein bisschen bemüht, sind die Leute in den Hostels super aufgeschlossen. Sie wollen doch selbst Kontakt! Ich bin aber auch mit zwei Freunden los, weil man sich, wenn man das erste Mal für so lange Zeit ins Ausland geht, so einfach besser fühlt. Oft verhindert es aber auch neue Kontakte. Deshalb bin ich einmal alleine in ein Hostel und wurde schier überrannt von neuen Menschen. Jetzt würde ich defintiv alleine gehen. Und was den Alltag angeht: Die Neuseeländer helfen gerne und vieles ist wie in Deutschland.

5. Finanziell machbar?

Ich denke schon. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg (Mehr dazu in meinem Blog-Eintrag „Das liebe Geld“).

6. Soll ich ein eigenes Auto kaufen?

Weiß nicht. Wir hatten Glück, doch es bleibt riskant. Auch wir mussten zweimal den Abschleppdienst rufen, da die Batterie leer war. Und am Schluss fuhren wir, wie man uns später sagte, quasi ohne Bremsen (Ach, das war das schleifende Geräusch!).

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Mar 1, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Mar 1, 2012

Freiwilligendienst im Ausland

Mögliche Ängste

Alle sprechen immer davon, wie aufregend und bereichernd ein Auslandsaufenthalt ist. Dabei werden oft die Punkte übersehen, die dagegen sprechen und bei den meisten im Hinterkopf stecken.

Hier habe ich mal zwei mögliche Ängste aufgelistet, die alle Antworten sind natürlich subjektiv.

1. Sollte ich nicht lieber gleich anfangen zu studieren?

Ich denke nicht. Natürlich hat jeder seinen eigenen Weg und zu manchen mag ein schneller Studienstart super passen. Doch allen, die auch nur im entferntesten über einen Auslandsaufenthalt nachdenken, rate ich, es unbedingt zu machen! Es gibt keine bessere Entscheidung. Es bringt einem keine guten Noten, kein Geld und keine Auszeichnung ein. Doch bringt es einen persönlich so ungemein nach vorne, dass ich diese Erfahrung nie missen möchte. Die Zeit nach dem Abi ist perfekt. Und wenn man die zwei schlimmsten Fälle, die eintreten könnten, gegeneinander abwägt, ist für mich klar, wer gewinnen würde. Entweder man fällt im Ausland kräftig auf die Nase oder man sagt sich irgendwann Mitte 40: „Wär ich doch damals nur gegangen, ich hab die Chance verpasst.“

2. Werde ich das Heimweh ertragen können?

Ja. Ich persönlich habe das erste Mal nach vier Monaten ein wenig Sehnsucht nach daheim bekommen. Aber auch eher, weil ich etwas reisemüde war. Ebenso habe ich Leute getroffen, die die erste Woche nur geheult haben. Das ist okay. Ich habe aber nur eine Person getroffen, die wirklich wieder heim wollte und etliche, die (für immer) in Neuseeland bleiben wollten. Und ihr müsst ja nicht gleich ein ganzes Jahr bleiben.

Eine Gefahr bleibt allerdings: Wer sich einmal mit dem Reisefieber infiziert hat, wird sein ganzes Leben an Fernweh leiden.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Feb 23, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Feb 23, 2012

Freiwilligendienst im Ausland

Drei Tage alleine unterwegs

Ich wollte nicht heimfliegen, bevor ich nicht gesehen hatte, wie es ist, alleine zu reisen. Es ist allerdings nicht ganz so leicht sich zu trennen, wenn man zusammen mit demselben Auto reist. Eigentlich arbeiteten wir zu der Zeit in einem Hostel, aber die Besitzer waren so freundlich, mir drei Tage frei zu geben. Also bin ich los. Und auch wenn es nur ein paar Tage waren, so habe ich doch die geballte Ladung abbekommen.

Ich betrat mein Hostel und war sofort im Gespräch, ich trat an das Schwarze Brett und war zum Kino verabredet, ich buchte einen Segeltrip und bekam das Angebot, mich mit anderen Gästen dort zu treffen und ich unterhielt mich mit völlig Fremden – und war aufgeschmissen. Einerseits waren nur Muttersprachler in dem Hostel und andererseits konnte ich niemanden mehr fragen, was derjenige gesagt hatte. Wundervoll! Wie viel mehr muss mal wohl lernen, wenn man alleine unterwegs ist, wenn man schon in nur drei Tagen so viel Neues sieht?

Wären wir länger als ein halbes Jahr in Neuseeland geblieben, hätten wir uns auch sicher getrennt. Ich habe Leute kennengelernt, die zusammen nach Neuseeland flogen und sich dann nach einem Monat getrennt haben. Ich denke, das ist ideal, dann ist man am Anfang nicht alleine ist und trotzdem ist nicht die ganze Reise von Kompromissen geprägt.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Feb 13, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Feb 13, 2012