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Freiwilligendienst im Ausland

Auseinandersetzung mit dem Heimkehren

Bevor wir Neuseeland endgültig verließen, schrieb ich noch eine letzte Mail an die Daheimgebliebenen, in der ich ihnen dafür dankte, dass sie mich in meinem Vorhaben, ein halbes Jahr im Ausland zu verbringen, mental und teils auch finanziell unterstützt hatten.

Als Willkommensessen wünschte ich mir Kartoffeln mit Kartoffelsalat. Nicht, dass es in Neuseeland keine Kartoffeln gäbe (es gibt sogar Süßkartoffel-Pommes), doch so richtig wie daheim war es natürlich nie und meistens gab es eben doch Reis oder Nudeln.

Als ich während des Schreibens der Mail so über das Heimkehren nachdachte, und ob ich mich bereit dazu fühlte, fiel mir der Vergleich mit einer Party ein. Die Party war sehr gut, so wie sie war, doch jetzt ist es spät und es ist in Ordnung, heimzugehen. Auch meine Mitreisende, Elena, sagte, dass wir nicht traurig sein sollten, dass es vorbei ist, sondern uns freuen, dass es passiert war („Don’t cry that it’s over. Smile that it happened“). Aber schade war es schon, weil ich so viele tolle Menschen getroffen und so wunderschöne Orte gesehen hatte und weil ich wusste, dass da noch so viel war, was ich nicht sehen konnte. Was wäre gewesen, wenn ich nur einmal nach links statt nach rechts gegangen wäre? Tausend Möglichkeiten. Da hilft es nur, sich zu sagen, dass alles seine Zeit hat und diese Zeit nun vorbei ist. Dafür wird Neues kommen.

Besonders gut gefallen haben mir auch die Worte eines Amerikaners, der uns an unserer vorletzten Station mit den Worten „never say goodbye“ verabschiedete. Stattdessen solle man „see you“ sagen, weil man sich immer wieder begegne, oder es zumindest nicht ausschließen sollte. Und weiter sagte er: „Live life at the fullest!“. Typisch für meine Reise. Egal, wo ich war, ich bekam immer tolle, oftmals unverhoffte Anregungen, wie ich sie daheim nie gehört hatte.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Apr 20, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Apr 20, 2012

Freiwilligendienst im Ausland

Dem Ende zu

Anfang März 2011 war es dann soweit: Unsere Neuseelandreise neigte sich dem Ende zu. Die Zeit war so schnell vergangen, aber ich war auch dankbar, dass es uns möglich war, jeden Tag bewusst zu genießen. So hatten wir nun nicht das Gefühl, die Zeit nicht optimal genutzt zu haben.

Unsere letzten Tage verbrachten wir wieder in der Hauptstadt Wellington. Elena wohnte bei ihrer Cousine, die Mara und mich freundlicherweise bei Freunden unterbrachte, was auch von den Freunden echt toll war, da diese uns ja gar nicht kannten. Das fiel uns während der Reise allerdings öfter auf. Gastfreundschaft gehört (jedenfalls bei den Neuseeländern, die ich kennengelernt habe) ganz selbstverständlich dazu. Deshalb kann ich Neuseeland auch nur als Backpackerland empfehlen.

In unserer letzten Woche gaben wir das Auto zurück (nicht ohne bei unserer Putzaktion in der Waschanlage noch die Antenne abzureißen), aßen nochmal „fish & chips“, besuchten den Wochenmarkt von Wellington, der direkt am Hafen liegt und gingen ein letztes Mal in den wunderschönen botanischen Garten.

Für die Rückfahrt nach Auckland, von wo aus unser Flug ging, hatten wir einen Bus gebucht, der innerhalb eines Tages die ganze Nordinsel hinauf fuhr. Unsere letzte Nacht wollten wir in dem Hostel verbringen, in dem wir damals unsere erste Nacht erlebt hatten. Alles endete da, wo es angefangen hatte.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Apr 11, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Apr 11, 2012

Freiwilligendienst im Ausland

Studienwahl

Als sich unsere Reise schon langsam dem Ende zuneigte, beschloss ich, dass es nun an der Zeit war, über meine Zukunft nachzudenken. Also setzte ich mich mit meinem Tagebuch hin, wählte die Überschrift „Studienwahl“ und schrieb drauf los. Wenn mir ein Stichwort einfiel, ließ ich darunter genug Platz, sodass ich die Wörter nach Themengebieten ordnen konnte. Hier mal meine Liste, vielleicht inspiriert sie euch oder ihr erkennt euch darin sogar wieder:

Studienwahl

- Hintergründe entdecken, Beweggründe erforschen, Zusammenhänge sehen, Antriebe und Verhaltensweisen verstehen, Psychologie

- Geschichte, Kultur, Ethnologie/Völkerkunde

- Geisteswissenschaftlich

- Deutsch, Sprache, mitteilen, Journalistik/Publizistik

- Künstlerisch, Fantasie, präsentieren, darstellen

- Sinn, Helfen, Religion

- beibringen, erklären

Beruf: abwechslungsreich, Selbstverwirklichung, Menschenkontakt, angenehme Arbeitsatmosphäre, Selbstständigkeit, Anwendung von Wissen

Letztendlich habe ich mich für Kulturwissenschaft entschieden. Interessant dabei ist, dass ein Online-Test ergab, dass Kulturwissenschaft zu 63 Prozent zu mir passe (neben vielen anderen) und ich finde das Studienfach heute wunderbar. Ich denke also, dass es nicht das eine perfekte Studienfach gibt und dass viele Wege zum Ziel führen können.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Mar 22, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Mar 22, 2012