interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Wer sind wir? (Teil 2)

Autor:
Miriam

Rubrik:
orientieren

29.05.2012

Wie im ersten Teil erklärt, gibt es heutzutage für das Individuum nicht mehr die eine, richtige Identität, weil ihm dank Globalisierung viele Identitäten zur Auswahl stehen. Deswegen leben wir heute in Kulturen der „Hybridität“. Hybridität steht für ein Mischgebilde, das aus zwei vorher getrennten Systemen entsteht. Kulturen der Hybridität sind also keine in sich homogenen Gebilde mehr, die nach außen abgeschlossen sind. Vielmehr sind sie heterogen und von Spaltungen durchzogen.

Deshalb ist auch der Kulturbegriff irreführend, da er Homogenität verspricht, indem er definiert, wie die Menschen einer Gesellschaft oder Kultur sind. Was ist zum Beispiel mit einem in Indien geborenen, der heute in London lebt und sich gleichzeitig als Christ sieht? Wer ist er?

Diese Menschen, die sich ihrer eigenen Identität nicht mehr sicher waren, haben sich eine Art dritten Raum innerhalb der Gesellschaft geschaffen, in dem kulturelle Hybridität gewährt wird und in dem sie nicht an starre Definitionen gebunden sind.

Da viele Menschen aber von den kontroversen Strömungen innerhalb einer Gesellschaft und der nicht mehr fest positionierten Identität des Individuums verunsichert sind, gibt es einige, die Halt in Systemen suchen, die eine homogene Gemeinschaft versprechen und klar definieren, wer sie selbst und wer die anderen sind, wie etwa im Nationalismus oder im Fundamentalismus.

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