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Freiwilligendienst im Ausland

Auf zum neuen Heim

Busfahren in Australien ist so eine Sache (jedenfalls in South Whales, wo wir uns aufhielten). Silvia, die Freundin meiner Mutter, hatte mir den Straßennamen genannt und gesagt, dass wir nach 90 Minuten aus dem Bus aussteigen sollten. Soweit so gut. Dass es im Bus keine Anzeige mit dem Name der Haltestelle geben würde, war mir nicht klar. Nach ungefähr einer Stunde wurden wir nervös und begannen, Leute zu fragen, ob sie wüssten, wo die besagte Straße sei. Niemand konnte uns weiterhelfen, bis wir uns an den Busfahrer wandten, der irgendwann aus heiterem Himmel „jetzt“ rief. So lernten wir zumindest, mehr auf die Umgebung zu achten und die richtige Gegend zu erkennen, um rechtzeitig die Haltewunschtaste zu betätigen, was uns nachts in der Dunkelheit trotzdem manchmal nicht gelang. Dann fanden wir uns an der Endhaltestelle, dem Strand, wieder. Netterweise nahm uns der Busfahrer aber wieder mit zurück.

Die Wegbeschreibung zu Silvias Haus hatte ich: Die Straße hoch und dann 99 Stufen bis zum Haus gehen. Ihr könnt euch vorstellen, wie komisch man sich vorkommt, wenn man 99 Stufen durch einen fremden Garten hinaufsteigt, ohne zu wissen, ob man das richtige Haus gefunden hat oder was einen erwartet. Wir fanden uns auf einer Terrasse wieder, ohne einen Eingang zu sehen, und schlichen ein wenig ums Haus herum, bis wir eine Türe fanden, an der wir unsicher klopften…

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 4, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 4, 2012

Freiwilligendienst im Ausland

Ankunft in Sydney

Das Aufsetzen auf australischem Boden war dann wieder spannend! Ich liebe es einfach, wenn etwas Neues, Unbekanntes beginnt.

Wir tauschten unser übriges Geld aus Neuseeland am Flughafen (mit erheblichem Wertverlust) um und fuhren dann sofort in die Innenstadt von Sydney. Das Wetter war herrlich und so wollten wir schnellstmöglich unsere Rucksäcke loswerden, wofür sich der Bahnhof mit seinen Schließfächern anbot.

Sofort stießen wir auf den Sightseeing-Bus. Ziemlich teuer, aber was gibt es Besseres, wenn man eh wenig Zeit hat und erschöpft ist? Eigentlich war nämlich abgemacht, dass wir gleich nach der Ankunft zu Silvia, der Freundin meiner Mutter, nach Hause fahren, aber wo wir schon mal da waren…

Das Sightseeing war toll und alles sah so anders aus als in Neuseeland! Klar, Sydney ist eine Großstadt, aber so sieht auch keine Großstadt in Neuseeland aus. Alles war so groß und modern, außerdem wuselten unglaublich viele Menschen durch die Gegend: Touristen, gestresste Geschäftsleute – und wir mitten drin.

Der Bus bot die Möglichkeit, dass man immer wieder aussteigen und mit einem anderen seiner Art wieder weiterfahren konnte. Wir stiegen dann natürlich im Hafenviertel aus, wo man einen tollen Blick auf das Opera House hat. Es ist immer wieder verrückt, wenn man die Bilder, die man aus der Zeitung, Büchern oder dem Fernsehen kennt, live und nicht zugeschnitten sieht.

Nachdem wir uns noch mit gutem Essen in einem der vielen Restaurants aufgepäppelt hatten, holten wir unsere Rucksäcke und fuhren mit dem Bus zu unserem neuen Zuhause für zwei Wochen.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 2, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 2, 2012

Freiwilligendienst im Ausland

Auckland — Sydney

Ein großer Vorteil am Flug nach Sydney war, dass der Abschied von meinem Auslandsaufenthalt in Etappen kam und dass wir eh viel zu erschöpft waren, um so richtig traurig zu werden. Wir waren ja einen ganzen Tag mit dem Bus von Wellington nach Auckland gefahren und hatten eine Nacht in einem Schlafsaal voller Schnarcher geschlafen. Da Elena nicht mit uns nach Australien wollte, flog sie ein paar Stunden früher als wir und wir mussten uns früh morgens verabschieden, was wir dann gar nicht so wirklich realisieren konnten. Also sagten wir nur, was wir eh schon früher festgestellt hatten, nämlich dass es eine tolle Zeit gewesen sei und wir es dafür, dass wir uns anfangs kaum kannten, echt gut gemeistert hätten. Mara und ich freuten uns erst einmal auf Sydney und vertagten den Abschiedsschmerz. Für den Weg zum Flughafen hatten wir uns, wie bei unserer Ankunft, ein Shuttle bestellt, das uns pünktlich abholte. Bevor unser Flieger aber startete, hatten wir noch den großen Spaß einer Flughafenevakuierung, wodurch wir mit unseren enorm schweren Rucksäcken (ein Teil unseres Gepäcks war bisher ja immer im Auto geblieben) durch die Gegend geschoben wurden.

Ich muss zugeben, dass ich mich nicht mehr allzu sehr an das Gefühl erinnere, als das Flugzeug abhob, aber ich glaube, dass es, obwohl ich traurig war, trotzdem okay war. Es war in Ordnung und es war für mich auch der richtige Zeitpunkt. Apropos richtiger Zeitpunkt: Ein Argentinier, den ich dort kennenlernte, hat den noch nicht für sich gefunden und reist heute noch durch die Welt, immer nach der Maxime, dass er aufhört, wenn ihm das Geld ausgeht. Da ich ihn als Freund auf Facebook habe, sehe ich regelmäßig Bilder von ihm, etwa vorm Taj Mahal, im Rahmen eines Rituals mit Farbe beschmiert…

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 26, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 26, 2012