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Freiwilligendienst im Ausland

Eine Reise in den Südosten Mexikos (Teil 1)

Nachdem ich wieder gesund war, konnten wir – Gavo und ich – endlich unsere Reise antreten. Im Prinzip hatten wir sie schon ewig geplant, die genaue Route haben wir aber erst zwei Tage vorher festgelegt. Das ist hier aber auch gar kein Problem, da man die Tickets für den Bus am Tag der Abreise für denselben Preis bekommt wie Wochen vorher. So kann man also recht spontan reisen. Von Mexiko Stadt aus sind wir sechs Stunden mit dem Bus nach Veracruz gefahren und das war nicht teuer, obwohl der Bus wirklich komfortabel war. Da es hier praktisch keine Eisenbahn gibt, wird sämtlicher Personentransport per Bus erledigt. Die Buslinien sind also groß und recht billig. Die Fahrt war ein Erlebnis: Wir haben einige der höchsten Berge Mexikos gesehen, sind durch fruchtbare Plantagengegenden gefahren und haben trockenere Gefilde mit Kakteen passiert. Mexiko ist extrem vielfältig in Bezug auf die Landschaft, aber auch in Bezug auf die Leute und das Essen. Das habe ich während der Reise auch später noch oft gemerkt.

In Veracruz konnten wir bei einer Freundin von Gavo wohnen und mit ihrer Hilfe die Stadt auch ein bisschen kennenlernen. Obwohl Veracruz am Meer liegt und es dort unglaublich feucht-heiß ist, ist baden nicht direkt zu empfehlen, weil das Wasser eher schmutzig und die Strände etwas hässlich sind. Dafür kann man am Malecon (der Strandpromenade) wunderbar spazieren gehen oder „San Juan Ulua”, ein ehemaliges Fort und Gefängnis, besichtigen. Außerdem haben wir noch einen Ausflug zu den nahegelegenen historischen Stätten „La Antigua”, wo sich die Ruinen des angeblich ersten Hauses von Cortes befinden und „Cempoala”, der Ruine einer Totonakenstadt gemacht.

Nach vier Tagen in Veracruz sind wir über Nacht mit dem Bus weiter nach Palenque gefahren. Gavo kannte einen wunderbaren Campingplatz im Urwald, wo wir für drei Tage geblieben sind. Für mich war allein schon der Campingplatz ein Erlebnis – ich hatte nämlich zuvor noch nie Urwald gesehen. Außerdem waren alle Gebäude sehr hübsch bemalt und die anderen Camper waren super nett. An einem Tag sind wir in einer größeren Gruppe zu nahegelegenen Wasserfällen gefahren. Man konnte dort im türkisen, wunderbar erfrischenden Wasser baden und die Höhlen hinter dem Wasserfall erkunden.

Wenn man Palenque hört, denkt man vielleicht an die Mayastadt. Vom Campingplatz aus war es nur ein kleiner Spaziergang dorthin. Palenque ist echt beeindruckend: viele Pyramiden, Paläste und Tempel sind noch erhalten, das Gebiet ist riesig und in Kombination mit dem Urwald ergibt sich eine ganz besondere Atmosphäre. Am letzten Tag in Palenque haben wir einen Ausflug zur Grenze nach Guatemala gemacht, um die historischen Städte Yaxchilan und Bonampak zu besuchen.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 21, 2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 21, 2012

Freiwilligendienst im Ausland

Blue Mountains (Teil 2)

Unser Hostel befand sich im Dorf Katumba, einem ehemaligen Goldgräberstädtchen. Im Ortskern konnte man sich ein Ticket für einen Bus besorgen, der zu den Blue Mountains fuhr und an vielen verschiedenen Punkten hielt. Von dort starten dann verschiedene Wanderwege. Wir stiegen am richtigen Punkt aus (zumindest dachten wir das), hatten eine Wegbeschreibung – und verliefen uns trotzdem. Immerhin wussten wir ungefähr, wo wir hin wollten und schlugen uns dann einfach so durch, was auch schön war, denn wir erfuhren ja nicht, was wir alles verpassten. Abgesehen davon, dass es echt unglaublich nebelig war und wir an manchem Aussichtspunkt standen und nur dank eines Schildes wussten, was uns angeblich umgab, sind die Blue Mountains wirklich schön. Am berühmtesten ist dort die Felsformation der „Three Sisters“. Die Legende besagt, dass sie einst drei schöne Frauen waren, die vom Stammesschamanen in Stein verwandelt wurden, als der Stamm überfallen wurde und die Frauen mitgenommen werden sollten.

Die zweite Attraktion in den Blue Mountains ist „Scenic World“. Dort gibt es die steilste Eisenbahn der Welt, mit der man sehr schnell den Berg hinab rasen kann. Außerdem gibt es dort eine Seilbahn, eine Panoramabrücke sowie Fußgängerpfade mit denen man die Umgebung aus der Luft oder vom Boden aus entdecken kann. Aber es ist alles sehr touristisch und meiner Meinung nach auch überteuert.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 16, 2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 16, 2012

Freiwilligendienst im Ausland

Krank in Mexiko

Keine Sorge, dieser Artikel wird sich nicht den Details meiner Krankheit widmen! Nachdem ich natürlich gleich in meiner zweiten Woche in Mexiko krank geworden bin, habe ich festgestellt, dass man hier generell ganz anders mit Kranksein und Krankheiten umgeht und darüber werde ich schreiben.

Wenn man in Deutschland Bauchschmerzen hat, isst man Zwieback und Salzstangen, der Mexikaner trinkt Thymiantee und isst Reis oder Salat. Zwieback gibt es hier gar nicht, also habe ich mich von Weißbrot und Honig ernährt – auch nicht so einfach zu erstehen, weil Brotessen in Mexiko nicht so verbreitet ist. Man ernährt sich von Mais in verschiedenen Varianten.

Glücklicherweise bin ich ganz von selbst wieder gesund geworden. Eine Apotheke ist hier nämlich etwas anderes als in Deutschland. Man verkauft dort von Cola bis zu Shampoo alles Mögliche. Nicht zu vergessen die unglaublich laute Musik, die aus den Apotheken schallt. Wenn man gesund kam, geht man bestimmt mit Kopfschmerzen.

Das positive an den Apotheken ist allerdings, dass sie extrem billig sind. Insbesondere eine Apothekenkette, die sich „Simi” nennt, von „similares” was „ähnlich” bedeutet, ist sehr günstig und verkauft Artikel von Qualität. Sie produzieren Medikamente, deren Patente bereits abgelaufen sind und so preiswert herzustellen sind. Eine Packung Aspirin kostet zum Beispiel circa 80 Cent. Weil diese Apothekenkette so erfolgreich ist, kann sie Ärzte einstellen, die für umgerechnet ungefähr 1,50 Euro Patienten behandeln. Noch ein Unterschied zu deutschen Apotheken.

Das ist sehr wichtig für die Mittel- und Unterschicht, die sich Großteiles keine Krankenversicherung leisten kann. Außerdem ist es hier sehr kompliziert, selbst wenn man versichert ist, das Geld für den Arztbesuch oder die Medikamente zu bekommen. Mir wurde gesagt, dass bei dem ganzen Papierkram gut und gerne ein ganzer Tag draufgehen kann. Die Versicherung zu konsultieren lohnt sich also nur bei schwereren Krankheiten.

Eine andere Alternative, um sich zu heilen habe ich gestern in der Kirche von San Juan Chamula gesehen. Ich bin nämlich gerade mit einem Freund auf Rundreise und wir sind in Chiapas, einem der ärmsten Bundesstaaten an der Grenze zu Guatemala, der einen hohen Indigenen Anteil hat. In dieser Kirche jedenfalls wurde ich Zeugin, wie sich die Indigenen von Krankheiten kurieren: Man stelle sich eine katholische Kirche mit unglaublich vielen Kerzen und Heiligenstatuen vor. Der Boden ist mit Piniennadeln bedeckt und die Decke mit bunten Stoffbahnen geschmückt. Es sind viele Leute in der Kirche und man hört ununterbrochen ein Gemurmel – und ein Hühnergegluckse! Die Indigenen opfern hier nämlich ihre Hühner, um die Gnade Gottes zu erlangen. Ein junger Mann erklärte mir: Wenn jemand krank ist, kommt er oder sie mit ihrem Huhn hierher. Mit Gottes Hilfe überträgt sich die Krankheit auf das Huhn, welches dann in der Kirche erst betend zigmal über die Kerzen geschwenkt und dann geschlachtet wird. Im Anschluss isst die ganze Familie das Huhn und der Kranke wird gesund. Diese Mischung von indigenem Glauben und Katholizismus erschien mir sehr interessant.

Vielleicht sollte ich das nächste Mal auch einfach ein Huhn opfern, wenn ich krank bin.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 13, 2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 13, 2012