interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Tag der Toten in Oaxaca

Autor:
Maja

Rubrik:
auszeit nach dem abi

23.11.2012

Anfang November, um genau zu sein am ersten und zweiten November, wird in Mexiko der Tag der Toten (día de los muertos) gefeiert und zwar ganz anders als man sich das vielleicht so vorstellt, wenn man an Allerheiligen und Totensonntag denkt.

Hier wird zu Ehren der Toten regelrecht gefeiert. In jedem Teil Mexikos und in jedem Dorf variiert der Brauch ein bisschen. Ich bin zu diesem ganz besonderen Fest mit meinem Papa, der gerade zu Besuch war, nach Oaxaca, einem der traditionellsten Bundesstaaten Mexikos, gefahren. Aber schon Tage vorher begannen die Vorbereitungen: Es wird spezielles Süßgebäck hergestellt und die Städte und Dörfer werden dekoriert. Hierzu werden riesige Bilder von zum Beispiel tanzenden Skeletten aus buntem Sand auf den Boden gestreut und viele orange Blumen ausgelegt, um den Toten den Weg zu weisen. Außerdem baut jede Familie am ersten November in ihrem Haus einen Totenaltar mit Blumen, dem Lieblingsessen und den Lieblingsdingen des jeweiligen Verstorbenen auf. Am Abend geht man dann auf den Friedhof und hält an den mit Blumen geschmückten Gräbern Wache. Dort sind dann natürlich viele Leute, es wird gegessen, heiße Schokolade getrunken und man erfreut sich an Mariachi-Musik. Auf dem Friedhof bleiben die Leute dann je nach Dorf die ganze Nacht, zumindest aber bis in die frühen Morgenstunden.

Mich hat dieses Fest sehr beeindruckt, weil es zeigt, dass hier in Mexiko ganz anders mit dem Tod umgegangen wird. Ich glaube, man hat hier generell weniger Angst vor dem Tod und die Leute betrachten ihn auch nicht als so traurig wie wir. Ganz im Gegenteil, man sieht viele Dinge, die mit Skeletten verziert sind, und am Tag der Toten hat man auch einige als Skelette verkleidete Menschen durch die Straßen spazieren sehen.

Allerdings hat man leider auch das Gefühl, dass Helloween einen großen Einfluss auf den Tag der Toten hat und dass sich die Tradition mit den Einflüssen aus den USA mischt. Am 31. Oktober hat man zum Beispiel viele Umzüge mit gruselig verkleideten Kindern gesehen und das ist hier eigentlich nicht üblich. In den Dörfern wird die Tradition aber zumindest bis jetzt beibehalten.

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