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Freiwilligendienst im Ausland

Critical Mass — Rad fahren in Mexiko-Stadt

Autor:
Anni

Rubrik:
orientieren

07.03.2013

Ich wohne ganz in der Nähe meiner Arbeitsstelle. Daher hab ich mir gleich nach Ankunft ein gebrauchtes Fahrrad gekauft. Es ist ein rotes, elegantes Herrenrad aus den 1970er Jahren. Ein nordamerikanisches Modell, das sogar ein Dynamo besitzt, obwohl es diese in Mexiko selten gibt. Mein Velo ist eine Rarität und macht es mir schwer, Ersatzteile zu finden. So wurde mein Reifen insgesamt fünfmal geflickt, bis ich eine Werkstatt fand in der sie ihn mir wechselten.

Platte Reifen holt man sich hier schnell. Denn die Straßen und noch viel mehr die Gehwege weisen tiefe Schlaglöcher oder hohe Kanten auf, und auch Lüftungsschächte oder Kanalisationsgitter sind mitunter so großmaschig, dass der Reifen einfach steckenbleibt.

Dennoch ist diese Stadt fürs Radfahren sehr attraktiv. Man entkommt dem stockenden Verkehr und die Straßen des Metro- und Trolleybusses erlauben ein schnelles Fahren. Diese sind vom normalen Verkehr abgetrennt und führen in alle Himmelsrichtungen. Darüber hinaus gibt es je nach Zone Velos gratis zu leihen oder richtige Radwege.

Die Fahrradbewegung in Mexiko-Stadt ist insgesamt noch relativ jung und entstand mit dem aufkeimenden Bewusstsein für die Luftverschmutzung. Die Förderung des Rades ist eine der zahlreichen Gegenmaßnahmen zum Smog und hat dazu geführt, dass sich mittlerweile mehrmals die Woche Gruppen von Radlern treffen, um gemeinsam die Straßen zu erobern.

Vergangenes Wochenende habe ich zum ersten Mal an einer sogenannten „Critical Mass“ teilgenommen. Mit einer Gruppe von mehr als 60 Radlern haben wir zwei Spuren der Fahrbahn belegt, und damit nicht nur bewiesen, dass Fahrrad fahren Spaß macht, sondern auch auf die Belange und Rechte des nicht-motorisierten Verkehrs aufmerksam gemacht. Nach rund 13 Kilometern und einer Stunde kamen wir am Ziel des Ausflugs an, wo uns neben Livemusik und Vorträgen eine Fahrradwerkstatt erwartete. Es war wirklich toll!

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