interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

So nah und doch so anders — Guatemala

Autor:
Maja

Rubrik:
orientieren

21.03.2013

In Europa merkt man oft erst mal gar nicht, wenn man eine Grenze überquert. Als ich mit meiner Freundin die Grenze von Mexiko nach Guatemala überschritten habe, war das nichtz zu übersehen. Zunächst mal sind die beiden Länder durch einen Fluss getrennt, den es zu überqueren gilt. Man muss also mit einem klitzekleinen Boot den Urwaldfluss ein Stück hoch fahren, um dann bei der guatemaltekischen Immigrationsbehörde mitten in der Pampa anzukommen. Dort haben sich die Beamten erstmal mühsam aus ihren Hängematten geschält und uns Stempel in die Pässe gedrückt. Offensichtlich kommen nicht so viele Leute durch den Urwald über die Grenze.

Aber nicht nur der Fluss hat einen die Grenze spüren lassen. Direkt am anderen Ufer sah alles gleich viel ärmlicher aus und die Leute sind hier ungefähr noch einen Kopf kleiner als in Mexiko. Ich sehe sehr selten einen Mann, der grösser ist als ich und dabei bin ich 1,68 Meter groß.

Die Straßen sind in Guatemala großteils nicht asphaltiert und die Busse schrottplatzreif. Unserer hatte dann auch gleich bei der ersten Fahrt nach Flores einen Platten. Irgendwann sind wir dann aber doch angekommen, einige haben schon nicht mehr dran geglaubt.

Flores ist ein kleines, sehr idyllisch auf einem See gelegenes Inselstädtchen, das vom Tourismus extrem profitiert hat und deswegen im Vergleich zum Rest von Guatemala reich und schön hergerichtet ist. Dort haben wir zwei Tage verbracht und anschließend einen Tagesausflug nach Tikal, einer Maya-Ausgrabungsstätte gemacht. Für mich war Tikal eine der tollsten Sachen, die ich überhaupt gesehen habe! Die Ruinenstadt ist erstens riesig und liegt zweitens im tiefsten Regenwald. Auf verschlungenen Pfaden windet man sich durchs Gehoelz um auf einmal neben einem 60 Meter hohen Mayatempel wieder aufzutauchen. Auf dem Weg haben wir Affen, Tukane und Wildschweinchen gesehen. Alles in allem ein Erlebnis!

Am nächsten Tag sind wir gut 200 Kilometer nach Lanquin gefahren und haben dafür acht (!) Stunden gebraucht. Leider haben wir nur noch Sitzplätze ohne Lehne ergattern können, sodass das ganze Unterfangen ein bisschen anstrengend wurde. Trotzdem hat es sich aber gelohnt. Die bergige Landschaft um Lanquin ist fantastisch und auch die Wasserfälle und Höhlen mit Fledermäusen sind sehenswert. Was uns aber am besten gefallen hat, war das Dorf selber. Hier leben praktisch nur eingeborene Maya, die auch hauptsächlich in einer Maya-Sprache reden. Besonders beeindruckt war ich vom Markt, auf dem es ganz ruhig zuging: kein Geschrei und keine Musik. Man hat nur indigene Gesichter gesehen und auch keine westliche Kleidung. Die Frauen trugen traditionelle Gewänder und die Männer weiße Hosen, weiße Hemden und einen Sombrero.

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