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Freiwilligendienst im Ausland

Gleich weiter nach Weimar

Autor:
Maja

Rubrik:
orientieren

23.04.2013

Wieder zu Hause anzukommen, nachdem man neun Monate auf einem anderen Kontinent mit anderer Sprache und Kultur gelebt hat, ist gar nicht so einfach. Klar habe ich mich sehr gefreut meine Eltern wiederzusehen und auch die paar wenigen Freunde, die noch in Nürnberg wohnen. Aber wenn es ungefähr null Grad hat, Schnee liegt und auch ansonsten alles grau in grau ist, wird man schon ein bisschen traurig, den Sonnenschein Mexikos hinter sich gelassen zu haben.

Die ersten Tage kam mir hier alles so still und tot vor. In Mexiko oder zumindest in Mexiko-Stadt ist es nie still, man hört immer Musik, Verkehr oder Leute, die sich unterhalten. Die Menschen sind auch bunter angezogen und haben eher mal ein Lächeln auf den Lippen.

Allerdings muss ich zur Verteidigung Deutschlands sagen, dass auch hier vor ein paar Tagen die Sonne geschienen hat und die Leute gleich viel farben- und generell froher rumgelaufen sind. Spontan wurde man von dem einen oder anderen sogar gegrüßt.

Zu Beginn fand ich es bei uns zu Hause so still und einsam, und ich war es auch gar nicht mehr gewöhnt, nur an einem Ort zu sein (die letzten Monate hatte ich ja alle paar Wochen bzw. Tage den Ort gewechselt). Deswegen, und auch weil ich eine meiner besten Freundinnen unbedingt wieder sehen wollte, bin ich gleich am ersten Wochenende nach meiner Rückkehr nach Weimar gefahren.

Meine Freundin studiert dort Urbanistik und wohnt in einer ganz wunderbaren Dreier-WG. Dort sind wir stundenlang im Wintergarten gesessen und haben alleine oder mit einer ihrer Mitbewohnerinnen gequatscht. Außerdem hat sie mir natürlich die Stadt gezeigt. Weimar ist ja wunderschön! Die historische Altstadt mit dem Goethe-Schiller-Denkmal, der Ilmpark mit Goethes Gartenhaus... Schon interessant, mal zu sehen, wo sich die großen Klassiker, mit denen man in der Schulzeit so geplagt wird, aufgehalten haben.

Am letzten Tag haben wir noch an einem Bauhausspaziergang teilgenommen. Dieser war auch recht informativ. Wir haben einiges über die Entstehungsgeschichte des Bauhaus‘ gelernt und konnten die Gebäude von z.B. Henry van de Velde mit ein bisschen mehr Hintergrundwissen anschauen.

Natürlich waren wir auch auf Studentenpartys und das hat mir wieder ein bisschen mehr Lust aufs Studieren gemacht. Ich hatte also eine ganz wunderbare Zeit in Weimar und zusammen mit dem besseren Wetter bin ich inzwischen wieder mit Deutschland versöhnt und habe nicht das Gefühl, dass ich sofort wieder nach Mexiko zurück will.

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