interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Im Schlafanzug durch Sardinien

Autor:
Nele

Rubrik:
orientieren

30.04.2013

Momentan sitze ich in einem Hostel in der Hauptstadt Sardiniens, Cagliari. Dieser Ausflug ist gewissermaßen meine Wochenendbeschäftigung. Da ich am Sonntagabend wieder zurück muss, wollte ich nicht mehr Gepäck als unbedingt nötig mitnehmen. Mal ganz abgesehen davon, dass in meinem Rucksack nur begrenzt Platz ist. Am Freitag nach der Arbeit bin ich deshalb wie eine Wilde durch mein Zimmer gehüpft, um zu packen und meinen Bus noch zu erwischen. Der Schlafanzug passte nicht mehr rein. Was habe ich also getan? Ihn angezogen. Naja, wenigstens ist er in einem matten Rot gehalten, das heißt, es fällt nicht auf den ersten Blick auf, dass es sich um einen Schlafanzug handelt. Da das Mittagessen aus Zeitmangel ausfiel, kam ich schließlich mit knurrendem Magen in Cagliari an. Und dann ging die Suche los: Wo bekomme ich etwas zu essen her? Wo ist das Hostel? Ich habe im Endeffekt aber alles gefunden. Und dann ist mir aufgefallen, was ich alles vergessen habe: Haarbürste, Shampoo, Föhn.

Nachdem ich nun einen Tag in Cagliari verbracht habe, muss ich mir wohl eingestehen, dass ich mir das anders vorgestellt habe Nach einer schlaflos verbrachten Nacht (partywütige Mitbewohner, die erst um vier Uhr morgens ins Bett gehen und sich vorher lautstark unterhalten, sind echt nicht zu empfehlen), habe ich mir morgens die Stadt angeguckt und war etwas enttäuscht. Ich entwickele sowieso seit geraumer Zeit eine Abneigung gegen große Städte. Da helfen auch keine Straßenkünstler, die ich eigentlich mag.

Dennoch habe ich meinen Aufenthalt in Italien verlängert. Die Arbeit gefällt mir ganz gut (allerdings weiß ich jetzt auch, dass aus mir definitiv keine Gärtnerin wird), die Leute sind immer noch super nett und mein Italienisch wird immer besser (letzte Woche habe ich mich das erste Mal auf Italienisch unterhalten.

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