interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Skyline auf Elsässisch

Autor:
Katha

Rubrik:
orientieren

07.08.2015

Heute möchte ich Euch einen kurzen Einblick in das Landschaftsbild des Elsass geben. Denn gerade im Sommer macht ein bestimmter Wettbewerb zwischen den Dörfern und Städten etwas Besonderes aus der Region.

Im Elsass ist es so, dass jede Gemeinde und jede Stadt „Blumenpunkte“ beantragen kann. Sie bekommt dann zwischen einem und vier Punkten, genauso viele wie sie es sich mit ihrem Stadtbild verdient. Das heißt also: Je gepflegter und mit Blumen geschmückter eine Stadt ist, desto mehr Punkte bekommt sie zugesprochen. Einmal erhalten, werden die Punkte in Form von kleinen roten Blümchen am Ortseingang auf Schilder gedruckt, die direkt unter dem Ortsschild hängen, sodass sie für jedermann sichtbar sind. Diese kleine Regelung führt dazu, dass jede Gemeinde mehr Blümchen haben möchte als die Nachbargemeinde, und sich deshalb unglaubliche Mühe mit ihrem Stadtbild gibt. Ich habe das Glück, in einem Dorf mit drei von vier Punkten gelandet zu sein und so freue mich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit, der mich quasi direkt über den Zentralen Marktplatz führt, über die wunderschönen Blumen, die beleuchteten Brunnen und die Sauberkeit. Gerade im Sommer ist das Ganze natürlich ein sehr dankbarer Wettbewerb, weil man viel Spielraum und Möglichkeiten zur Gestaltung hat. Doch selbst im Winter sind die Pflanzenkübel, die die Straßen säumen, mit buntem Kohl bepflanzt und die Rasenflächen im Park auf englische Art gepflegt.

Darüber hinaus liegt das Elsass im Rheingraben, fast gänzlich umschlossen von zwei Gebirgszügen: den Vogesen auf der französischen Seite und dem Schwarzwald auf der deutschen Seite. Die beiden liegen so eng beieinander, dass man den Schwarzwald von meinem kleinen Dorf am Fuß der Nordvogesen aus fast immer sehen kann. Diese Tatsache führt in dem sonst so flachen Rheinland zum einen ganz pragmatisch dazu, dass man sich fast immer orientieren kann, egal wo man ist; und zum anderen bietet es eine wunderschöne Kulisse. Selbst wenn man über die eigentlich unschöne Autobahn nach Norden fährt, sieht man westlich die mit fantastisch erhaltenen Mittelalterburgen gespickten Vogesen, östliche die beeindruckend nahe Skyline des Schwarzwaldes und nördlich das weithin sichtbare Straßburger Münster. Ein wirklich beeindruckendes Bild, das noch an Charme gewinnt, wenn man die Autobahn verlässt und auf den kleinen Straßen der vorgelagerten Hügel der Vogesen durch die unzähligen Weinorte fährt

– selbstverständlich alle mit ausreichend Blümchenpunkten.

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