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Freiwilligendienst im Ausland

Klostergefühl

Autor:
Katha

Rubrik:
orientieren

13.08.2015

Seit zwei Wochen haben wir nun schon kein Internet mehr. Leider werden noch zwei weitere folgen. Das macht dann also insgesamt einen Monat. An sich ist das ja erst mal nicht schlimm, es behauptet sowieso alle Welt, dass wir viel zu abhängig sind von unserer virtuellen Welt. Außerdem ist es wahr, dass man auf einmal deutlich mehr Zeit hat und vergessen geglaubte Dinge, wie ein klassisches Stück am Klavier spielen, oder das schlichte Lesen eines dicken Romans, auf einmal wieder aufnimmt.

Trotzdem macht fehlendes Internet Probleme, wenn man gerade eigentlich zwei Online-Kurse macht, auf Wohnungssuche ist, skypen will, sich bei einer Uni einschreiben muss und einen Blog schreibt. Außerdem fällt der zugegeben nicht selbstverständliche Luxus weg, sich wann auch immer mit Freund und Familie sogar per Video unterhalten zu können, ohne sich einen Kopf über horrende Telefonrechnungen machen zu müssen.

Immerhin kann ich im Innenhof des Gebäudes immer noch das W-Lan der Klosterschwestern abgreifen. Ich bin also eigentlich gar nicht richtig vom Netz getrennt. Mühselig ist es allerdings trotzdem, jedes Mal auf die andere Seite des Hauses zu rennen und dann keinen Schreibtisch, sondern nur eine Parkbank zum Arbeiten zu haben. Und das auch nur so lange, wie es die Akku-Leistung zulässt. Und nicht nach halb zehn: Da herrscht Nachtruhe! Deshalb hat meine Motivation für den Mathe-Online-Kurs wohl auch etwas gelitten.

Irgendwie macht diese ganze Geschichte das Klosterleben auch ein Stück authentischer. Und man kann mit gutem Gewissen länger schlafen, weil man sich seinen Pflichten sowieso nicht vernünftig widmen kann.

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