interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Ferien in Deutschland

Autor:
Marie

Rubrik:
orientieren

01.04.2016

„Fliegst du zwischendurch nach Hause?“, wurde ich vor meinem Freiwilligendienst gefühlt ständig gefragt. Damals wusste ich das noch nicht genau, doch als die Ferien näher rückten, entschied ich mich, tatsächlich für drei Wochen zu meiner Familie zu fahren.

Als ich zu Hause ankam, fühlte ich mich schrecklich. Ich hatte in der Nacht zuvor nur wenig geschlafen und musste für den Flug viel zu früh aufstehen. Meine Eltern, meine Schwester und meine Großeltern erwarteten mich gespannt, doch ich war viel zu müde, um gleich Geschichten erzählen zu können. Um vier Uhr nachmittags wurde es plötzlich dunkel, was ich aus Spanien gar nicht mehr gewohnt war, schließlich ist Madrid dank Straßenlaternen und Neonwerbung eigentlich immer beleuchtet. Auch hatte ich den Wetterunterschied unterschätzt und fand es einfach nur eiskalt. „In Madrid ist alles besser“, dachte ich mir. Der Gedanke daran, im nächsten Jahr in Deutschland mein Studium zu beginnen, war plötzlich schrecklich geworden.

Dann folgten Familienfeiern, Geburtstage und Treffen mit meinen ehemaligen Schulkameraden – und spätestens da änderte sich meine Einstellung wieder. Es tat so gut, meine Freunde wiederzusehen und zu erfahren, wo sie mittlerweile studierten. Mir wurde bewusst, wie schön es doch ist, dass ich diesen Ort habe, an den ich immer zurückkehren kann, und immer Menschen vorfinden werde, mit denen ich etwas gemeinsam habe: Schließlich sind wir zusammen aufgewachsen.

Kalt blieb es zwar weiterhin, früh dunkel wurde es auch, aber auf einmal fühlte sich das gemütlich an. Im Endeffekt fand ich die drei Wochen Ferien in Deutschland absolut perfekt – ich hatte nicht nur genug Zeit, alle, die mir wichtig sind, wiederzusehen, sondern auch, um einmal tief durchzuatmen und mich auf meine verbleibende Zeit in Spanien zu freuen!

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