interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Oh, wie schön ist Afrika!

Autor:
Hannes

Rubrik:
orientieren

26.04.2018

In Hamburg traf ich die pensionierte Lehrerin Anne. Sie ist seit der Gründung mit Katempris, der Schule in Tansania, vertraut und besucht diese jährlich, um akademische Beratung und Fortbildungen für die Lehrer anzubieten. Im Januar stand ihr nächster Aufenthalt an. Ich als Frischling nutzte die Gelegenheit und buchte mich im gleichen Flieger ein, damit ich meine ersten Schritte als Freiwilliger in Afrika nicht alleine bestreiten musste. (Sie ist übrigens nicht die Gründerin Anne, nur eine Namensvetterin.)
Gemeinsam flogen wir nach Entebbe. Leser, die in Geografie bewandert sind, werden jetzt aufmerken und sagen: „Hat er nicht von einem Freiwilligendienst in Tansania gesprochen? Warum fliegt er dann nach Uganda?“ Und ich muss dir, lieber Leser, natürlich Recht geben. Nun liegt aber Kayanga so weit nordwestlich in Tansania (man könnte auch sagen mitten in der Pampa), dass Entebbe der nächste Flughafen ist.
Für uns hieß das, dass wir noch lange nicht am Ende unserer Reise angekommen waren. Den kompletten folgenden Tag verbrachten wir im Taxi und ich sammelte meine ersten Eindrücke von Afrika. Der Victoriasee zog an uns vorbei, wir überquerten den Nullmeridian, der die Erde in Nord- und Südhalbkugel trennt, fuhren über charakteristische rostrote Pisten, aber auch über frischgeteerte Highways.
Als der Taxifahrer uns fürs Mittagessen zum Restaurant seines Vaters führte, erfuhr ich soziologisch Interessantes. Ebenjener Vater erzählte uns freiheraus, dass er polygam leben würde und momentan drei Frauen habe – und fügte lakonisch hinzu, in seinem Alter müsse er eben langsamer machen. Anne und ich schauten uns nur kopfschüttelnd an: Drei Frauen hat man also, wenn man es langsam angeht … Nach der Anzahl seiner Kinder gefragt, konnte er gar keine genaue Antwort geben, schätzte aber „um die 35“.
Dass es so etwas wie Polygamie überhaupt noch gibt, war mir komplett neu und öffnete mir die Augen wie wahnsinnig anders die dortige Kultur doch ist.

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