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Freiwilligendienst im Ausland

Tansanische Grundschule - Teil 1

Während meiner Zeit in Tansania arbeite ich in einer privat geführten Grundschule. Um euch meine Tätigkeit dort näherzubringen, möchte ich schildern, wie ein Tag hier in der Regel abläuft:
Um 7 Uhr ist es Zeit, aufzustehen. Nach einem kurzen Frühstück, welches meistens aus pappigem Weißbrot besteht, machen wir Freiwilligen uns zusammen mit den beiden Kindern, die bei uns im Haus wohnen, auf zum Schulbus. Dieser hält an der nächstgelegenen asphaltierten Straße.
Die nächsten 20 Minuten verbringen wir gequetscht wie die Ölsardinen, während der Bus alle Kinder auf der Strecke einsammelt. Ich bekomme zu dieser Zeit kaum meine Augen auf, doch die Kinder sind schon quicklebendig: Sie singen Lieder, brüllen Abzählreime und feuern den Busfahrer an. Ich fühle mich wie in einem Fanbus. Vor der Schule, die direkt neben der Landstraße liegt, werden wir in die Freiheit entlassen. Hier warten bereits andere Kinder auf uns, unter anderem die aus dem Internat.
Um 8 Uhr stellen sich die Schüler in Reihen zur „Assembly“ auf, zur Morgenversammlung. Diese beginnt meist mit Turnübungen und endet mit Gospelsongs. Zweimal in der Woche wird die Nationalhymne Tansanias gesungen – eine Patriotismusbekundung, die mir als Deutscher sehr fremd ist. Noch mehr wunderte es mich da, als ich einmal freundlich, aber bestimmt dazu aufgefordert wurde, währenddessen aufzustehen. In Tansania gilt es nämlich nicht nur als respektlos, während der Hymne zu sitzen, zu gehen oder gar zu arbeiten – es kann sogar rechtlich geahndet werden!
Danach gehen die Schüler in ihre Klassenzimmer, die auf dem weitläufigen Gelände verstreut sind. Mehr zum Unterricht erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Autor: Hannes  |  Rubrik: orientieren  |  Jun 14, 2018
Autor: Hannes
Rubrik: orientieren
Jun 14, 2018

Freiwilligendienst im Ausland

Dorfleben - Teil 2

Das Leben hier in Kayanga ist natürlich ganz anders als in Deutschland. Zum Einkauf ging es nicht etwa in den Supermarkt – den gibt es hier gar nicht –, sondern auf den Markt, der aus zusammengezimmerten Buden bestand. Dort gab es alles, was das Umland so hergab: Kartoffeln, Mais, Kochbananen, Tomaten, Mango, Papaya, Passionsfrucht. Äpfel oder Gurken? Fehlanzeige. Hier wurde nur das verkauft, was regional und saisonal geerntet wurde.
Eine weitere Institution sind die Schneider. Als Souvenirs aus anderen tansanischen Städten brachten wir uns nicht selten Kitenge, traditionelle Stoffe, mit, um uns dann mal mehr oder weniger verrückte Kleidungsstücke schneidern zu lassen.
Auffällig waren die vielen Handyläden: An jeder Straßenecke konnte man sich neues Guthaben kaufen. Im ersten Moment mag es komisch klingen, dass ein so rückständiges Land wie Tansania in seiner Kommunikation so moderne Wege geht. Bei näherer Betrachtung leuchtet es aber ein, dass ein Land mit schwacher Infrastruktur und dünner Besiedlung auf die massenhafte Verbreitung von Mobiltelefonen setzt, mit denen man auch noch Geld überweisen kann.
Freizeitangebote sind in Kayanga rar gesät. Es gibt weder einen Park noch ein Kino noch ein Museum in der näheren Umgebung. Und so fanden wir uns dann abends oft in einer der Bars des Dorfes wieder, um Spiele der Premier League anzuschauen. Die englische Fußballliga erfreut sich in Tansania größerer Beliebtheit als die eigene Landesliga.

Freiwilligendienst im Ausland

Dorfleben - Teil 1

Abends erreichten wir das Ziel unserer Reise: Kayanga, ein kleiner Ort im Nordwesten Tansanias, der auf Google Maps nicht mal mit Straßen angezeigt wird. Für die nächsten zweieinhalb Monate sollte ich also hier wohnen. Wir konnten bei den Katabaros wohnen, den Schulgründern von Katempris. An ihrer Schule sollte ich nun als Freiwilliger arbeiten.
Zusammen mit vier Dänen, die auch gerade ihren Schulabschluss in der Tasche hatten, bezog ich einen Teil des Hauses, der speziell für die Freiwilligen eingerichtet ist. Dort hatten wir eine eigene kleine Küche mit Gasherd und Esstisch, jeder sein eigenes Zimmer sowie Badezimmer mit westlichen Keramiktoiletten und Duschen mit fließendem, warmem Wasser.
Um besser zu verstehen, was für einen Luxus das war, muss ich euch kurz ein normales tansanisches Haus beschreiben: Dieses ist einfach und klein gebaut. Es gibt einen Wohnraum, der gleichzeitig auch als Küche und Esszimmer dient. Gekocht wird zumeist auf Herden, die mit Holzkohle betrieben werden. Die Toiletten sind in den Boden eingelassen und somit zum Hocken. Auch fließendes Wasser ist durch die völlige Abwesenheit von entsprechender Infrastruktur keine Selbstverständlichkeit. Wasser aus dem Wasserhahn hat nur, wer das Regenwasser auffängt und in einen Mini-Wasserturm pumpt.
Wir hatten im Wohnbereich für uns Freiwillige also einiges, was nicht zum Standard gehörte. So war der Kulturschock auch nicht allzu groß – fürs Erste.

Autor: Hannes  |  Rubrik: orientieren  |  May 16, 2018
Autor: Hannes
Rubrik: orientieren
May 16, 2018