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Freiwilligendienst im Ausland

Tansanische Grundschule – Teil 2

Wenn der Unterricht in der Katempris-Grundschule beginnt, setzen wir Freiwilligen uns neben lernschwache Schüler und unterstützen diese. Besonders interessant für mich ist dabei, die Lernmethoden der tansanischen Lehrer zu beobachten. In vielen Aspekten setzen sie eine Pädagogik ein, die hierzulande eher als veraltet gelten würde, zum Beispiel das Vorsagen und Nachsprechen.
Einmal pro Woche hat jede Klasse IT-Unterricht, den wir Freiwilligen aus ganz logischen Überlegungen übernehmen: Wir haben im Vergleich zu den Lehrern, die teils noch nie einen Computer benutzt haben, einfach mehr Erfahrung. Wir üben täglich mit den Schülern auf ausgedienten Laptops die Benutzung von Word und Paint.
Um 11 Uhr gibt es einen Brei, für viele Kinder die erste Mahlzeit des Tages. Wir setzten uns zu den Schülern an die Tische, plaudern mit ihnen, bringen ihnen Spiele bei und haben generell an ihrer Lebensfreude Anteil. Das betrachte ich als wahnsinnig großes Geschenk.
Danach findet wieder Unterricht statt, gefolgt vom Mittagessen, das aus einer Soße und abwechselnd aus Reis, Ugali (Maisbrei) oder Kartoffeln besteht. Um 16 Uhr versammelt sich die gesammelte Schule zur Verabschiedung, ehe wir wieder in unseren Bus steigen und nach Hause fahren. Manchmal bleibe ich auch mit den Internatskindern in der Schule und verbringe den ganzen Nachmittag damit, mit ihnen Memory zu spielen.
Zurück zu Hause kochen wir Freiwilligen gemeinsam Abendessen oder gehen zum Essen in die Stadt, was für uns preislich kaum einen Unterschied macht. Danach wünsche ich allen im Haus eine gute Nacht, begebe mich in mein Zimmer, schreibe in mein Tagebuch und gehe zu Bett.

Autor: Hannes  |  Rubrik: orientieren  |  Jun 19, 2018
Autor: Hannes
Rubrik: orientieren
Jun 19, 2018

Freiwilligendienst im Ausland

Tansanische Grundschule - Teil 1

Während meiner Zeit in Tansania arbeite ich in einer privat geführten Grundschule. Um euch meine Tätigkeit dort näherzubringen, möchte ich schildern, wie ein Tag hier in der Regel abläuft:
Um 7 Uhr ist es Zeit, aufzustehen. Nach einem kurzen Frühstück, welches meistens aus pappigem Weißbrot besteht, machen wir Freiwilligen uns zusammen mit den beiden Kindern, die bei uns im Haus wohnen, auf zum Schulbus. Dieser hält an der nächstgelegenen asphaltierten Straße.
Die nächsten 20 Minuten verbringen wir gequetscht wie die Ölsardinen, während der Bus alle Kinder auf der Strecke einsammelt. Ich bekomme zu dieser Zeit kaum meine Augen auf, doch die Kinder sind schon quicklebendig: Sie singen Lieder, brüllen Abzählreime und feuern den Busfahrer an. Ich fühle mich wie in einem Fanbus. Vor der Schule, die direkt neben der Landstraße liegt, werden wir in die Freiheit entlassen. Hier warten bereits andere Kinder auf uns, unter anderem die aus dem Internat.
Um 8 Uhr stellen sich die Schüler in Reihen zur „Assembly“ auf, zur Morgenversammlung. Diese beginnt meist mit Turnübungen und endet mit Gospelsongs. Zweimal in der Woche wird die Nationalhymne Tansanias gesungen – eine Patriotismusbekundung, die mir als Deutscher sehr fremd ist. Noch mehr wunderte es mich da, als ich einmal freundlich, aber bestimmt dazu aufgefordert wurde, währenddessen aufzustehen. In Tansania gilt es nämlich nicht nur als respektlos, während der Hymne zu sitzen, zu gehen oder gar zu arbeiten – es kann sogar rechtlich geahndet werden!
Danach gehen die Schüler in ihre Klassenzimmer, die auf dem weitläufigen Gelände verstreut sind. Mehr zum Unterricht erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Autor: Hannes  |  Rubrik: orientieren  |  Jun 14, 2018
Autor: Hannes
Rubrik: orientieren
Jun 14, 2018

Freiwilligendienst im Ausland

Dorfleben - Teil 2

Das Leben hier in Kayanga ist natürlich ganz anders als in Deutschland. Zum Einkauf ging es nicht etwa in den Supermarkt – den gibt es hier gar nicht –, sondern auf den Markt, der aus zusammengezimmerten Buden bestand. Dort gab es alles, was das Umland so hergab: Kartoffeln, Mais, Kochbananen, Tomaten, Mango, Papaya, Passionsfrucht. Äpfel oder Gurken? Fehlanzeige. Hier wurde nur das verkauft, was regional und saisonal geerntet wurde.
Eine weitere Institution sind die Schneider. Als Souvenirs aus anderen tansanischen Städten brachten wir uns nicht selten Kitenge, traditionelle Stoffe, mit, um uns dann mal mehr oder weniger verrückte Kleidungsstücke schneidern zu lassen.
Auffällig waren die vielen Handyläden: An jeder Straßenecke konnte man sich neues Guthaben kaufen. Im ersten Moment mag es komisch klingen, dass ein so rückständiges Land wie Tansania in seiner Kommunikation so moderne Wege geht. Bei näherer Betrachtung leuchtet es aber ein, dass ein Land mit schwacher Infrastruktur und dünner Besiedlung auf die massenhafte Verbreitung von Mobiltelefonen setzt, mit denen man auch noch Geld überweisen kann.
Freizeitangebote sind in Kayanga rar gesät. Es gibt weder einen Park noch ein Kino noch ein Museum in der näheren Umgebung. Und so fanden wir uns dann abends oft in einer der Bars des Dorfes wieder, um Spiele der Premier League anzuschauen. Die englische Fußballliga erfreut sich in Tansania größerer Beliebtheit als die eigene Landesliga.