interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Tansanische Grundschule - Teil 1

Autor:
Hannes

Rubrik:
orientieren

14.06.2018

Während meiner Zeit in Tansania arbeite ich in einer privat geführten Grundschule. Um euch meine Tätigkeit dort näherzubringen, möchte ich schildern, wie ein Tag hier in der Regel abläuft:
Um 7 Uhr ist es Zeit, aufzustehen. Nach einem kurzen Frühstück, welches meistens aus pappigem Weißbrot besteht, machen wir Freiwilligen uns zusammen mit den beiden Kindern, die bei uns im Haus wohnen, auf zum Schulbus. Dieser hält an der nächstgelegenen asphaltierten Straße.
Die nächsten 20 Minuten verbringen wir gequetscht wie die Ölsardinen, während der Bus alle Kinder auf der Strecke einsammelt. Ich bekomme zu dieser Zeit kaum meine Augen auf, doch die Kinder sind schon quicklebendig: Sie singen Lieder, brüllen Abzählreime und feuern den Busfahrer an. Ich fühle mich wie in einem Fanbus. Vor der Schule, die direkt neben der Landstraße liegt, werden wir in die Freiheit entlassen. Hier warten bereits andere Kinder auf uns, unter anderem die aus dem Internat.
Um 8 Uhr stellen sich die Schüler in Reihen zur „Assembly“ auf, zur Morgenversammlung. Diese beginnt meist mit Turnübungen und endet mit Gospelsongs. Zweimal in der Woche wird die Nationalhymne Tansanias gesungen – eine Patriotismusbekundung, die mir als Deutscher sehr fremd ist. Noch mehr wunderte es mich da, als ich einmal freundlich, aber bestimmt dazu aufgefordert wurde, währenddessen aufzustehen. In Tansania gilt es nämlich nicht nur als respektlos, während der Hymne zu sitzen, zu gehen oder gar zu arbeiten – es kann sogar rechtlich geahndet werden!
Danach gehen die Schüler in ihre Klassenzimmer, die auf dem weitläufigen Gelände verstreut sind. Mehr zum Unterricht erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

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