interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Rundreise

Autor:
Hannes

Rubrik:
orientieren

15.08.2018

„Bye bye, Teacher Hannes“, mit diesen gesungenen Worten wurde ich verabschiedet. Es war Freitag vor den Osterferien, die Schulkinder der tansanischen Grundschule hatten sich ein letztes Mal zur Versammlung aufgestellt und sangen für uns Freiwillige. Die drei Monate Freiwilligendienst waren fast vorbei, in zwei Wochen würde mein Flieger von Daressalaam zurück nach Stuttgart fliegen.
Ich verabschiedete mich persönlich von den Kindern und Lehrern, die ich besonders ins Herz geschlossen hatte, bevor ich nach Hause fuhr. Ich packte mein Leben der vergangenen drei Monate in zwei Reisetaschen – ein seltsames Gefühl.
Abends gingen wir Freiwillige noch ein letztes Mal in unser Lieblingsrestaurant in Kayanga. Auch sie werde ich für eine ganze Weile nicht mehr sehen, da sie alle noch in Tansania bleiben, um für längere Zeit zu reisen.
Am nächsten Tag brach ich in aller Herrgottsfrühe auf, um meinen Reisebus zu erwischen. Erste Etappe: Mwanza, direkt am Victoriasee gelegen und acht Stunden Fahrt entfernt. Dort gab es plötzlich wieder Supermärkte, modisch angezogene Menschen und sogar eine Shoppingmall! Ich war auf dem Weg zurück in die westlich geprägte Zivilisation. Über Dodoma, die Hauptstadt Tansanias, und Morogoro, erreichte ich eine Woche vor meinem Rückflug Daressalam am Indischen Ozean.
Die schiere Größe der Stadt überforderte mich. Ein Lehrer, den ich während meiner Zeit in Kayanga kennengelernt hatte, hielt sich zu dieser Zeit glücklicherweise auch in der Küstenstadt auf und zeigte mir die schönsten Ecken Dars, wie die Stadt abgekürzt genannt wird. Er zeigte mir den Fischmarkt und führte mich an paradiesische Strände. Nach einem lauen Abend in einer Bar stieg ich gegen zwei Uhr nachts in ein Flugzeug, das mich über Istanbul in eine andere Welt zurückbrachte. Es war meine Rückkehr nach Deutschland!

 

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