interaktiv

Freiwilligendienst im Ausland

Gedankenkreisel

Autor:
Anna

Rubrik:
auszeit nach dem abi

04.12.2018

Es ist zwei Uhr nachts und ich liege mal wieder hellwach im Bett. Meine Gedanken kreisen beständig um die kommenden Monate: Wird mir mein Europäischer Freiwilligendienst (EFD) gefallen? Finde ich mich ganz alleine in einer fremden Stadt zurecht? Was ist, wenn ich Heimweh bekomme?
Sorgen, Erwartungen, Vorfreude und Spannung hielten sich die Waage. Meine Vorbereitung auf den Freiwilligendienst war geradezu akribisch: Ich habe sämtliche Notfalladressen in Word-Dokumenten zusammengefasst, Deko für mein Zimmer in Frankreich gesammelt, Skype auf dem Rechner meiner Eltern installiert, eine Kreditkarte beantragt und mich durch sämtliche Klauseln meiner Versicherungsunterlagen gekämpft.
Doch seit einem Skype-Gespräch mit Maria, der letztjährigen Freiwilligen meiner Organisation, kommen mir immer wieder Zweifel an meiner Entscheidung für den EFD: Maria berichtete zwar von fantastischen Reisen, persönlichen Erfolgen, einer faszinierenden Sprache und neugewonnener Freiheit – aber eben auch von einem unorganisierten Alltag, lähmender Tatenlosigkeit während der Arbeitszeiten, mangelhafter Kommunikation und nicht funktionierenden Mitfahrgelegenheiten.
Vermutlich – das lese ich zumindest oft in Erfahrungsberichten – zeichnen genau diese gemischten Gefühle einen EFD aus, denn wie könnte in einem Jahr alles ausschließlich „absolut ätzend“ oder nur „wunderschön“ sein?
Die Frage ist, was am Ende überwiegt. Hoffentlich das Positive.
Ich freue mich jedenfalls darauf, besser Französisch zu lernen, meine Mitbewohnerinnen kennenzulernen und die neue Stadt zu erkunden. Ich hoffe auf viele interessante Eindrücke, neue Freundschaften, unvergessliche Momente und Erfahrungen. Und ich hoffe, dass ich nach diesem Jahr endlich in der Lage bin, meinen eigenen Haushalt zu führen.
Mit diesen Gedanken schlafe ich dann meistens ein.

 

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