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Freiwilligendienst im Ausland

Und jetzt?

Wenn man drei Monate als Freiwilliger an einer Grundschule in Tansania gearbeitet hat, liegt die Entscheidung nahe, Lehrer zu werden – oder eben nicht. Ich habe mich ganz klar dagegen entschieden.
Nicht, dass ich die Arbeit mit den Kindern nicht genossen habe, das ist es nicht. Ich bin schon lange ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv. Ich kann mir nur nicht persönlich vorstellen, hauptberuflich vierzig Jahre lang immer wieder das Gleiche wiederzukäuen. Dafür bin ich zu wissensdurstig, ich möchte am liebsten jeden Tag etwas Neues lernen, fremde Länder erkunden und unterwegs sein! Was ich überhaupt nicht mag, ist Stillstand.
Andererseits will ich mir von meinem Studium später ein solides Leben finanzieren. Hin- und hergerissen ging ich nochmal in mich, überlegte und wägte ab, betrachtete meine Interessen und meine Stärken, um dann zu meiner ganz individuellen Lösung zu kommen: Physik sollte es werden!
Eine Wissenschaft, die sich unter anderem mit den fundamentalsten Fragen der Natur und Menschheit beschäftigt, dabei aber nicht so verkopft ist, sich nur um sich selbst zu drehen. Im Gegenteil: Mit ihren Beschreibungen und Erkenntnissen treibt sie anwendungsbezogen Forschung und Entwicklung in der Industrie voran.
Durch diesen Spagat hält ein Abschluss in Physik noch viele Türen für spätere Entscheidungen offen. Bei der Ortswahl halfen mir meine drei Monate am Wattenmeer: Freunde aus meiner Zeit in Büsum boten mir einen Platz in ihrer WG in Jena an.

 

Autor: Hannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Feb 7, 2019
Autor: Hannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
Feb 7, 2019

Freiwilligendienst im Ausland

Von Computerkursen und Brettspielen

Im Rahmen meines Freiwilligendienstes in Frankreich helfe ich in einem kleinen Sozialzentrum bei der Organisation verschiedener Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Senioren.
Leider hatte ich einen denkbar schlechten Start: Just an meinem ersten Arbeitstag kündigte der Chef – und hinterließ das Sozialzentrum im Chaos. So kam es, dass ich abgesehen von der gelegentlichen Mithilfe beim Jugendtreff sowie der Hausaufgabenbetreuung kaum feste Aufgaben bekam und mich beinahe ständig langweilte. Das war natürlich frustrierend.
Seit einigen Wochen hat sich die Situation zum Glück deutlich gebessert: Zusammen mit den anderen beiden Freiwilligen biete ich nun Computerkurse für Senioren an – das kann anstrengend sein, vor allem ist es aber immer wieder schön zu sehen, wie fasziniert einige der älteren Dorfbewohnern von den Möglichkeiten des Internets sind.
Da ich in meiner Freizeit gerne zeichne, organisiere ich außerdem zwei Kunstkurse für Kinder. Auch das macht mir viel Spaß und ich bin stolz, dass ich mich beinahe alleine um diese kümmern kann.
Weil die Anfahrt zum sehr ländlich gelegenen Sozialzentrum allerdings nur an zwei Tagen wöchentlich zuverlässig zu organisieren ist, habe ich eine zweite Arbeitsstelle: Es handelt sich um eine sogenannte „Spielebibliothek“ in der Nähe unserer Wohnung: Dort bieten Mitarbeiter für Schulklassen, Familien und Kinder mit Behinderungen verschiedene Gesellschaftsspiele und Freispiele an. Ich fühlte mich dort von Anfang an sehr wohl und freue mich schon immer darauf, jeden Donnerstag alle möglichen Brettspiele zu erklären und mit den Kindern zu spielen.
Natürlich läuft weder in meiner Freizeit noch auf der Arbeit immer alles rund.
Es ist eine Herausforderung, den ganzen Tag eine andere Sprache zu sprechen und dann auch noch Kunst- und Computerkurse zu organisieren. Aber ich habe wirklich ein unglaublich vielfältiges Aufgabenfeld – und nicht zuletzt arbeite ich meist auch „nur“ angenehme 28 Stunden in der Woche.

Autor: Anna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Feb 6, 2019
Autor: Anna
Rubrik: auszeit nach dem abi
Feb 6, 2019

Freiwilligendienst im Ausland

WG International

Zum ersten Mal lebe ich fernab von „Hotel Mama“ und in einer WG. Mit meinen beiden Mitbewohnerinnen Beatriz und Marwa verstehe ich mich sehr gut. Sie kommen aus Spanien beziehungsweise Tunesien und sind beide deutlich älter als ich. Beide leisten ebenfalls einen Europäischen Freiwilligendienst in der Kinderbetreuung eines Sozialzentrums.
Wir haben viel Spaß zusammen, doch alltägliche Dinge wie Einkaufen oder Kochen gestalten sich manchmal komplizierter als gedacht: Wir können uns zwar auf Französisch unterhalten, aber wer weiß schon aus dem Stand, was „Küchenrolle“, „Staubsaugerbeutel“ oder „Feuerzeug nachfüllen“ auf Französisch heißt?
Auch beim Thema Essen zeigen sich immer wieder die verschiedenen Kulturen: Marwa isst nur halal, also Lebensmittel, die im islamischen Glaube erlaubt sind, Beatriz kocht am liebsten abends um 21 Uhr und ich versuche vergeblich, die deutsche „Brotzeit“ in unserer WG einzuführen.
Aber damit nicht genug. Nebenan wohnen noch zwei junge Männer, die ebenfalls am Europäischen Freiwilligendienst teilnehmen: Sie kommen aus der Türkei beziehungsweise aus Tunesien. Wir sehen sie fast täglich. Die bisher lustigste Episode aus dem WG-Leben spielte sich in der Jungs-Küche ab: Einer der Jungs startete den Versuch, ein Frühstücksei in einem Tonschälchen (!) und ohne Wasser auf dem Gasherd zuzubereiten – dass das nur schiefgehen kann, war klar.
Wenn wir nicht mit Kochen oder Arbeiten beschäftigt sind, unternehmen wir viel zu fünft: Wir waren in Reims, in verschiedenen Natur- und Nationalparks, beim Bowling und in Bars. Und auch wenn unser Auto eher einer Sardinenbüchse als einem fahrbaren Untersatz ähnelt – dass wir ein kleines Auto für unsere Unternehmungen zur Verfügung haben, ist ein wahrer Segen. Denn man muss hier weite Strecken einplanen, um die nächstgelegenen Städte zu erkunden. Und genau das haben wir uns für die nächste Zeit fest vorgenommen.