interaktiv

Freiwilliges Soziales Jahr in Nicaragua

Mona, die Affenfrau

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

29.09.2009

Als ich vor einigen Tagen mit meinen FreundInnen von der Disko nach Hause lief, fragte mich Lily: „Hast du keine Angst davor, abends alleine nach Hause zu gehen? In deiner Nachbarschaft spukt doch die ‚Mona'!". Verdutzt schaute ich sie an: "Die ‚Mona'? Wer ist das denn?"

Lily erklärte mir, dass es in den Dörfern viele unheimliche Geister gebe, von denen eine die „Mona" (übersetzt: die Affenfrau) sei. Halb Frau, halb Äffin geistert sie nachts durch die ländlichen Gegenden Nicaraguas, erschreckt die BewohnerInnen, tanzt auf Dächern und rüttelt an Bäumen, begleitet von furchterregenden Gesängen.

Als ich zu lachen begann, ereiferten sich ausnahmslos alle meiner FreundInnen und bekräftigten dies. „Mein Opa hat sie gesehen!", rief ein Junge. „Erst vorgestern hat meine Nachbarin sie gehört!", begann ein anderer. Doch damit nicht genug! In einem wilden Durcheinander begannen sie von „der Frau in Weiß", dem „weinenden Mädchen" und anderen seltsamen Gestalten zu sprechen, die (davon waren sie alle überzeugt) selbstverständlich existierten.

Mein Freund versuchte mir zu erklären, dass es in Lateinamerika so viele Geister gäbe, weil die Ureinwohner oft mit den „Espiritus" kommunizierten, um diese um Rat zu fragen. So seien die Schauergeschichten Überbleibsel der uralten Indianerkulturen.

 

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