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FSJ in Nicaragua

Meine Gasttante - "die Frau in weiß"

Am darauffolgenden Abend saß ich mit meiner besten Freundin Ruth in einem kleinen Park, ganz in der Nähe ihres Hauses. Wir unterhielten uns über die letzte Nacht und sie erzählte mir die bekanntesten Geistergeschichten von San Carlos. Ganz plötzlich, wie gerufen, hörten wir dumpfe Geräusche, als ob jemand Steine auf die Hausdächer schmeißen würde, untermalt von einem schauerlichen Gesang.

„Siehst du?", flüsterte mir Ruth ganz ängstlich zu. „Wir haben's dir gesagt! Aber du wolltest es ja nicht glauben! Hier gibt es wirklich Gespenster!", und sie drückte sich ganz fest an mich. „Lass uns nachschauen, woher das kommt?", meinte ich. Ich hatte zwar auch Angst - nicht so sehr vor einer unheimlichen Affenfrau, jedoch vor einem betrunkenen Psychopathen - aber ich konnte einfach nicht an diese Spukgeschichten glauben.

So schlichen wir langsam die Steintreppen hinunter, genau in dem Moment, als eine Person in weiß an uns vorbei rannte, sich gegen Ruths Hauswand lehnte und sich, hinter vorgehaltener Hand, gar nicht mehr einzubekommen schien.

„Yaya!", rief Ruth völlig entgeistert. „Das ist meine Tante!" Fassungslos gingen wir auf sie zu. So weihte sie uns ein, dass sie manchmal, wenn ihr langweilig sei, in der Nachbarschaft „spuken" gehe.

„Da haben wir also die Frau in weiß!", lachte ich. „Jetzt müssen wir nur noch die Affenfrau finden!"

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 5, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 5, 2009

Freiwilliges Ökologisches Jahr

Alles halb so schlimm ...

Ich trat ein in den Raum, wo sich meine Interviewer für die nächste halbe bis dreiviertel Stunde schon versammelt hatten. Vor mir ein Tisch mit einem Stuhl und einem Glas Wasser für mich. Das Kompetenz-Team, das mich nun also ausquetschen sollte, das prüfen sollte, ob ich für diese Stelle denn auch geeignet bin, bestand aus vier Leuten. Drei Frauen und ein Mann saßen mir gegenüber und schauten mich mit freundlichem, aber doch erwartungsvollem Gesicht an. Ich setzte mich hin, nahm einen Schluck Wasser und los ging es: „Was machst du gerne in deiner Freizeit? Deine Stärken, deine Schwächen? Wenn du die Chance hättest, hier ein Projekt alleine auf die Beine zu stellen, was wäre das?"

Die unterschiedlichsten Fragen prasselten auf mich ein und ich beantwortete sie bestmöglich. Ich redete und trank im periodischen Takt. Langsam ging das Bombardement der Fragen zu Ende und schlussendlich verabschiedete man mich mit den besten Wünschen.

Zeit für mich, Bilanz zu ziehen und festzustellen: So schlimm war es gar nicht. Natürlich war ich vor dem Gespräch nervös gewesen. Doch die ausgemalten Horrorszenarien hatten sich nicht bewahrheitet: keine Versprecher, keine inhaltlichen Fauxpas, keine Glas-runterschmeiß-Aktionen. Fehlte nur noch eins: die Nachricht der Zu- oder Absage. Was die beinhaltete und für welche Stelle ich mich denn nun eigentlich beworben hatte - the next Blog will show you ... 

Autor: Leon  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 1, 2009
Autor: Leon
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 1, 2009

Freiwilliges Soziales Jahr in Nicaragua

Mona, die Affenfrau

Als ich vor einigen Tagen mit meinen FreundInnen von der Disko nach Hause lief, fragte mich Lily: „Hast du keine Angst davor, abends alleine nach Hause zu gehen? In deiner Nachbarschaft spukt doch die ‚Mona'!". Verdutzt schaute ich sie an: "Die ‚Mona'? Wer ist das denn?"

Lily erklärte mir, dass es in den Dörfern viele unheimliche Geister gebe, von denen eine die „Mona" (übersetzt: die Affenfrau) sei. Halb Frau, halb Äffin geistert sie nachts durch die ländlichen Gegenden Nicaraguas, erschreckt die BewohnerInnen, tanzt auf Dächern und rüttelt an Bäumen, begleitet von furchterregenden Gesängen.

Als ich zu lachen begann, ereiferten sich ausnahmslos alle meiner FreundInnen und bekräftigten dies. „Mein Opa hat sie gesehen!", rief ein Junge. „Erst vorgestern hat meine Nachbarin sie gehört!", begann ein anderer. Doch damit nicht genug! In einem wilden Durcheinander begannen sie von „der Frau in Weiß", dem „weinenden Mädchen" und anderen seltsamen Gestalten zu sprechen, die (davon waren sie alle überzeugt) selbstverständlich existierten.

Mein Freund versuchte mir zu erklären, dass es in Lateinamerika so viele Geister gäbe, weil die Ureinwohner oft mit den „Espiritus" kommunizierten, um diese um Rat zu fragen. So seien die Schauergeschichten Überbleibsel der uralten Indianerkulturen.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 29, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Sep 29, 2009