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FSJ in Nicaragua

Meine Gasttante - "die Frau in weiß"

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

05.10.2009

Am darauffolgenden Abend saß ich mit meiner besten Freundin Ruth in einem kleinen Park, ganz in der Nähe ihres Hauses. Wir unterhielten uns über die letzte Nacht und sie erzählte mir die bekanntesten Geistergeschichten von San Carlos. Ganz plötzlich, wie gerufen, hörten wir dumpfe Geräusche, als ob jemand Steine auf die Hausdächer schmeißen würde, untermalt von einem schauerlichen Gesang.

„Siehst du?", flüsterte mir Ruth ganz ängstlich zu. „Wir haben's dir gesagt! Aber du wolltest es ja nicht glauben! Hier gibt es wirklich Gespenster!", und sie drückte sich ganz fest an mich. „Lass uns nachschauen, woher das kommt?", meinte ich. Ich hatte zwar auch Angst - nicht so sehr vor einer unheimlichen Affenfrau, jedoch vor einem betrunkenen Psychopathen - aber ich konnte einfach nicht an diese Spukgeschichten glauben.

So schlichen wir langsam die Steintreppen hinunter, genau in dem Moment, als eine Person in weiß an uns vorbei rannte, sich gegen Ruths Hauswand lehnte und sich, hinter vorgehaltener Hand, gar nicht mehr einzubekommen schien.

„Yaya!", rief Ruth völlig entgeistert. „Das ist meine Tante!" Fassungslos gingen wir auf sie zu. So weihte sie uns ein, dass sie manchmal, wenn ihr langweilig sei, in der Nachbarschaft „spuken" gehe.

„Da haben wir also die Frau in weiß!", lachte ich. „Jetzt müssen wir nur noch die Affenfrau finden!"

 

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