interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Ein Hügel ist kein Berg

Autor:
Anni

Rubrik:
orientieren

26.03.2013

Vor vielen Jahren, ich erinnere mich schon kaum noch, da fragte mich ein Freund: „Wo möchtest du später lieber leben: Am Meer oder in den Bergen?“

Für mich war das nie eine Frage. Im norddeutschen Flachland messen „die Berge“ keine 200 Meter. Die höchste Erhebung bringt es mit den Helpter Bergen gerade mal auf 179 Meter und dort bin ich leider noch nie gewesen. Hügel waren für mich die einzigen Berge, die ich wirklich gut kannte und die gibt es in Mecklenburg überall. Zudem rauscht das Meer fast vor der Haustür – was soll ich da entscheiden?

Wie schön es sein kann, umgeben von Bergen zu leben, habe ich zum ersten Mal in Monterrey, Nordmexiko, festgestellt. Im Morgenlicht strahlten die Berge golden über den buntgestrichenen und eilig hochgezogenen Betonbauten. Sie waren das erste, was in meinen Blick fiel und begleiteten mich nachts als massiv schwarze Silhouetten vor dem rotgrauen Großstadthimmel in meine Träume.

Auch der Smogkessel Mexiko-Stadt ist bekanntlich von Bergen gesäumt, die als ferne Giganten über der tellerflachen Stadtscheibe erkennbar sind. Zum Jahreswechsel fand ich einen stolzen Brief der Stadtverwaltung in meinem Postkasten. Dieser teilte uns, den Bürgern von Mexiko-Stadt mit, dass die Stadt inzwischen an der Hälfte der Tage im Jahr die erlaubten Kohlendioxidwerte nicht mehr überschreitet. Die andere Hälfte der Tage steckte ungesagt zwischen den Zeilen.

Dennoch, die Berge sind meine neue Leidenschaft! Am Wochenende bin ich mit meinem Freund, wie schon so oft, wieder wandern gegangen. Unser Wandern folgt dabei einem unausgesprochenen, geheimen Plan. Der läuft in etwa so ab: Wir suchen uns einen Bus, der die dichtbesiedelten Zonen verlässt und uns ins weitere Umland oder den Estado de México bringt. Dort decken wir uns mit Mandarinen und Erdnüssen ein und laufen in die Richtung los, wo wir den nächstgelegenen Berg oder Hügel erahnen. Vergangenes Wochenende waren wir deshalb in der Milpa-Alta unterwegs und haben einen kleinen Vulkan ausfindig machen können.

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