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Mein freiwilliges Jahr

Ein Wochenende mit Gästen

Autor:
Anni

Rubrik:
orientieren

03.04.2013

Nach drei Wochen reisen und einer 24-stündigen Busfahrt sind mein Bruder und eine Freundin wieder in Mexiko-Stadt angekommen. Frisch gebräunt und noch nach Meer und Sonne riechend, stapften sie Ende letzter Woche bei Amnesty ins Büro, um mich von der Arbeit abzuholen. Nachdem wir ihre enorm großen Rucksäcke bei mir zu Hause abgestellt hatten und mit einem Snack aus Oaxaca-Käse und Tlayudas (getrocknete, tellergroße Tortillas) den ersten Hunger gestillt hatten, gingen wir in ein benachbartes Café, um in Ruhe zu essen und ein Bier zu genießen.

Meine beiden Gäste zeigten sich ganz begeistert von Mexiko und erzählten mir von ihren Reiseabenteuern, Highlights und Begleitern. Da ich an den meisten Orten schon selbst gewesen bin, fiel es mir leicht, ihren Beschreibungen zu folgen und mir die Städte und Landschaften ins Gedächtnis zu rufen. Es hat mich wirklich gefreut, dass ihnen das Land so gut gefallen hat.

Am nächsten Tag war ich nur halbtags arbeiten, um den Nachmittag mit meinen Gästen zu verbringen. Wir gingen ins Museum Memoria y Tolerancia, welches über den Holocaust und weitere Genozide berichtet. Freunde hatten mir zwar schon gesagt, dass das Museum gut sein soll, dennoch war ich positiv überrascht. Die Themen sind gut aufbereitet, das Museum ist interaktiv gestaltet, spielt mit seiner Räumlichkeit und verfügt über eine Reihe interessanter Exponate. Nachdem uns etliche Schulklassen überholt hatten, beschleunigten auch wir unseren Schritt, denn die frostige Kälte des Gebäudes und der Zeitzeugnisse kroch uns dann doch allmählich in die Knochen...

Für den Samstag hatten wir einen Ausflug mit einigen meiner Freunde geplant. Früh morgens brachen wir auf, um nach Malinalco zu fahren. Malinalco ist eines der pueblos mágicos, ein magisches Dorf. Dieses Label kennzeichnet Orte, welche für den Tourismus besonders attraktiv sein sollen. Und tatsächlich hat uns das Dorf gut gefallen: Auf dem Marktplatz wurden raffinierte Kunstarbeiten, duftendes Essen und das regional-berühmte Eis feilgeboten. Ich aß eine Kugel Geschmack der Götter und hätte am liebsten noch fünf Liter davon mitgenommen! Neben dem Marktplatz, gab es eine Ruine zu besichtigen. Ein schmaler Aufstieg führte über zahlreiche Treppenstufen zu den Resten eines aztekischen Tempels. Von dem Hügel aus ließ sich die ganze Ortschaft überblicken bis zu den angrenzenden Bergen.

Inzwischen sind meine beiden Besucher wieder nach Deutschland geflogen und ihr Alltag geht weiter, genauso wie meiner hier.

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