interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Zwei mexikanische Hochzeiten

Autor:
Anni

Rubrik:
orientieren

10.04.2013

Als ich vor zwei Jahren in Oaxaca wohnte, wurde ich gleich zu Beginn von meinen Bekannten zu vielen verschiedenen Feiern mitgenommen: Karneval, Rodeo, Familiengeburtstage, Live-Musik und religiöse Feste. Etwas ganz besonderes war für mich, dass ich auch auf eine Hochzeit gehen konnte.

Das war eine sehr traditionelle Feier. Sie fand in einem Tanzsalon statt, der aus einem großen Zelt bestand, welches kurzerhand auf der Straße errichtet worden war und genau zwischen den beiden Häuserzeilen Platz fand. Die Autos mussten somit einen Bogen fahren. Die Braut und der Bräutigam waren noch sehr jung, wohl erst um die 20 Jahre alt. Eines der Geschenke, das ihnen gemacht wurde, war ein Truthahn in einem Flechtkorb. Mit dem Geschenk auf dem Kopf tanzte der Schenkende eine Weile zu der typischen Kapellen-Blasmusik, bevor er den Korb samt Inhalt überreichte.

Auch dieses Jahr hatte ich das Glück, auf eine Hochzeit eingeladen zu werden. Es heiratete die Cousine meines Freundes und ich begleitete ihn zu dem Fest. So konnte ich einen zweiten Eindruck vom Heiraten in Mexiko erhalten. Diesmal war es eine viel modernere Feier. Die Braut wurde von einer Reihe von Brautjungfern in pinken Festkleidern begleitet, es spielte eine Salsa-Band, alle Geschenke waren in weißes oder silbernes Papier gewickelt und für die Kinder war ein Trampolin aufgestellt worden.

Dennoch, beide Feiern hatten auch viele Gemeinsamkeiten: Live-Musik, eine volle Tanzfläche und über 150 geladene Gäste. Zudem wurde auf beiden Feiern ein Stuhltanz getanzt, bei dem versucht wird, Braut und Bräutigam von ihren Stühlen zu schubsen, um ihren Zusammenhalt zu testen. Das Paar steht sich dabei gegenüber und hält einen Schal in der Hand, der sie verbindet. Die engsten Vertrauten des Paares stützen sie, damit sie nicht so einfach fallen können. Die anderen Gäste bilden eine Polonaise und dürfen schubsen. Es hat wirklich viel Spaß gemacht!

Diesen Artikel teilen