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Mein Freiwilliges Jahr

Diegos schwarzer Traum

Autor:
Anni

Rubrik:
orientieren

12.08.2013

Frida Kahlo und Diego Rivera sind die beiden in Deutschland bekanntesten mexikanischen Künstler. Ich bin mir sogar fast sicher, dass die beiden bekannter sind als der Name des derzeitigen mexikanischen Präsidenten. Na gut, vielleicht auch nicht – doch Fakt ist, dass Diegos Museum fast vergessen ist, während das Frida-Haus floriert.

Da die Eintrittskarte für eines der Museen gleichzeitig auch für das andere gilt, haben eine Freundin und ich die Chance ergriffen, sein Museum nach dem Frida-Haus auch noch zu erkunden. Tatsächlich liegt dieses etwas abseits und der Weg dorthin ist nur spärlich ausgeschildert. Also fragten wir uns eben durch. Umso überraschender eröffnete sich uns der plötzliche Anblick einer schwarzen Pyramide aus Vulkangestein, die sich majestätisch über graue Mauern, kleine Autowerkstätten und Tante-Emma-Läden erhob.

Das Museum war Diegos letztes Werk. Es sollte ein Volksmuseum werden, in welchem er seine Sammlung von präkolumbianischen Tonfiguren der Allgemeinheit zu Gute kommen lassen wollte, damit alle Mexikaner etwas über ihre Herkunft lernen könnten. Dieser Plan scheint bisher nicht aufgegangen zu sein, denn obwohl der Ort einen Besuch lohnt und es sogar Gratis-Führungen durch alle drei Etagen gibt, verirrt sich unter der Woche kaum ein Besucher dorthin – und die geschenkte Eintrittskarte wirkt eher wie der verzweifelte Versuch, das Kulturgut dem Vergessen zu entreißen – hoffentlich gelingt es!

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