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Mein Freiwilliges Jahr

Metrogeschichten

Autor:
Anni

Rubrik:
orientieren

02.09.2013

Die Metro ist das schnellste und übersichtlichste Verkehrsmittel der Stadt, doch in der Rush Hour wohl auch eines der überfülltesten. Zum Glück gibt es zu dieser Stunde eine Trennung zwischen Frauen- und Männerwagons, so ist der enge Körperkontakt nicht ganz so unangenehm. Denn zur Spitzenzeit drängen sich die Menschen dicht an dicht in die U-Bahn und schaffen es auch noch auf minimalen Raum sich in den Wagon zu quetschen. Vor der Einführung der Geschlechtertrennung kam es während der Höchstauslastung vielfach zu sexuellen Belästigungen und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht sonderlich angenehm ist, im falschen Wagon zu landen. Das Gute wiederum an überfüllten Wagons ist, dass es nicht möglich ist, bei plötzlichen Bremsungen umzufallen.

Die Rush Hour ist wirklich ein Erlebnis für sich, und so gibt es auch viele Geschichten über das Metrofahren. Einmal soll eine Frau zwischen all den Menschen und bei voller Fahrt ihr Baby bekommen haben. Ein andermal, als eine Bekannte von mir es einfach nicht schaffte, zwischen den Menschen hindurch zum Ausgang zu gelangen, reichte ihr ein Mann über die Köpfe hinweg seinen Arm und zog sie wie am Lasso aus dem Wagen. Das hätte wohl jedem Beziehungsfilm als romantischer Startpunkt genügt. Einem Freund von mir, der täglich fast zwei Stunden zur Uni zurücklegt, passierte es, dass er seinen Lernhefter aus Versehen fallen ließ. An bücken und aufheben war nicht zu denken, da die Personen im Wagen viel zu dicht standen, und so wurde es zum echten Teamwork mit den anderen Fahrgästen, um den Hefter wieder hoch zu bugsieren.

Es sind diese komischen Momente, an die ich denken muss, wenn ich wieder einmal alle Rundungen meiner Mitreisenden zu spüren bekomme. Dann beginne ich trotz der Enge in der Metro heimlich zu schmunzeln.

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