interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Finanzierung mit weltwärts

Autor:
Anni

Rubrik:
orientieren

02.10.2013

Mexiko-Stadt ist ein regionaler Schmelztiegel. Alles, was es im Land gibt, gibt es auch in der Stadt. Sie bietet eine Unmenge an Freizeit-, Einkaufs- und kulturellen Möglichkeiten. Doch als ich dann nach zwei Monaten einen Blick auf meinen Kontostand warf, hörte ich fast die Stimme meiner Eltern in meinen Ohren: „Alles hat seinen Preis.“

So beschloss ich, mich nach zusätzlichen Einkommensquellen umzuschauen. Von weltwärts bekomme ich 230 Euro im Monat für Unterkunft und Verpflegung und weitere 100 Euro „Taschengeld“. Da ich über 25 Jahre alt bin, bekomme ich kein Kindergeld mehr. Die Lebenshaltungskosten in Mexiko-Stadt liegen jedoch nur wenig unter denen in meiner Heimat. Was also tun?

Ich begann mich umzuhören und fragte Freunde, ob sie nicht was wüssten, wo ich für wenig Arbeit sehr gut bezahlt werde. Ich schiebe bei Amnesty International ja schon eine 35-Stunden-Woche, da bleibt nicht viel Zeit für einen Nebenjob.

Wenige Wochen später rief mich eine Mitarbeiterin des Goethe-Institutes an und fragte, ob ich nicht einer Vierjährigen privaten Deutschunterricht geben wolle. Über Umwege war der Kontakt zustande gekommen. Klar, da sagte ich nicht „nein“. Nach einem Vorstellungsgespräch wurde ich engagiert, super bezahlt und durfte sogar mit der Familie zusammen essen.

Über die letzten neun Monate übte ich mit dem Mädchen zwei Mal pro Woche. Meistens spielten wir dazu Rollenspiele, ab und an bastelten oder zeichneten wir auch. Wir hatten viel Spaß ... und dank dieses Jobs konnte ich mir auch den einen oder anderen Wunsch erfüllen.

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