interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Reflektieren? Auf jeden!

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

13.11.2014

„Wenn mich in der nächsten Woche auch nur eine Person dazu auffordert, auch nur irgendetwas zu reflektieren, drehe ich ihr den Hals um!“, sagte einer meiner FSJ-Kollegen. Das ist zwar ein bisschen extrem ausgedrückt, doch kann ich seine Aufregung schon nachfühlen. Zum FSJ gehören 25 Bildungstage. Diese werden zum größten Teil durch vier fünftägige Seminare abgedeckt. Das erste fand in der letzten Woche unter dem Motto „Kennenlernen“ statt Das klingt auf den ersten Blick irgendwie peinlich, kindisch und uncool, doch das Gegenteil war der Fall. 32 sich völlig fremde Menschen trafen aufeinander, um fünf gemeinsame Tage zu verbringen, gemeinsam zu essen, sich ein Zimmer zu teilen, miteinander zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und sich eben auch kennenzulernen. Da muss ab und zu auch mal reflektiert werden. Wie hast du dich dabei gefühlt? Wie war es am Anfang, in der Mitte, am Ende?

Es ist erstaunlich, in wie vielen Bereichen man sich sozial engagieren kann. Ich lernte Menschen kennen, die in gemeinnützigen Werkstätten arbeiten, in Kindergärten aushelfen, in Förderschulen, in Wohnheimen und in der Jugend- und Familienhilfe eingesetzt werden. Wie eine Klassenfahrt fühlte sich diese Woche an, doch gibt es zwischen der Seminarwoche und einer Klassenfahrt einen signifikanten Unterschied: Man kennt sich vorher nicht. Deshalb wurde man mit dem Erzählen nie fertig, wollte immer mehr von den anderen wissen. Wo kommst du her? Was hast du bisher gemacht? Was machst du jetzt? Wo siehst du dich in fünf, zehn, zwanzig Jahren?

Das Miteinander wurde hierbei auf ganz besondere Art und Weise gefördert. Durch interessante Spiele und Aufgaben wurden wir dazu gebracht, zusammenzuarbeiten, uns mit den anderen zu beschäftigen und eben nicht nur für uns selbst zu sein. Das machte dieses Seminar enorm wertvoll und bildete einen weiteren Pluspunkt in meinem FSJ.

Einzig die Reflexion von allem war ein bisschen anstrengend. Wir mussten nämlich nach jedem Spiel und nach jeder Diskussionsrunde reflektieren. Beim Schreiben dieses Textes wird mir aber bewusst, wie wichtig die Reflexion des eigenen Handelns und Fühlens eigentlich ist. Man kann dabei enorm viel lernen.

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