interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Anstrengung

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

16.01.2015

Ausgestreckt liege ich auf meinem Bett. Mir tut alles weh. Die Füße, die Beine, die Arme, die Hände, der Rücken. Ich versuche, jedes Körperteil konzentriert einmal anzuspannen. Die Rückmeldung ist nur Schmerz.

Acht Stunden waren es heute wieder, in denen ich nur gerannt bin. Patiententransport, ein völlig unterschätzter Job im Krankenhaus. Alle FSJler werden dazu verdonnert, den Patiententransport für sechs bis acht Wochen zu leisten. Das bedeutet, dass man dafür zuständig ist, Patienten von ihrem Zimmer sicher zu ihren Untersuchungen (EKG, MRT, EEG, Röntgen) und zurück zu bringen. Manchmal zu Fuß, oft im Rollstuhl, oft im Bett. Und die Architekten und Bauherren des Krankenhauses waren uns gegenüber wohl nicht gnädig. Die Gänge sind allesamt so schmal, die Betten passen gerade so durch.

Die Stationsarbeit während des FSJ ist die eine Sache. Krankenpflege ist nun auch kein einfacher und körperlich belastungsfreier Beruf; doch ist das hier eine ganz andere Dimension. Ich weiß, es geht noch schlimmer, doch bin ich nun mal Abiturient. Das ist nicht abgehoben gemeint. Im Gegenteil: Ich kenne nur Schule und Sitzen, nicht aber harte, körperliche Arbeit. Eine Woche verbringe ich nun erst im Patiententransport, halte abends nach Feierabend nicht länger als bis neun Uhr durch, schlafe dann acht Stunden wie ein Stein und stehe um fünf wieder auf, um zur nächsten Schicht zu fahren. Rüdiger, mein Anleiter, erzählt, dass man zu Spitzenzeiten 38 Kilometer im Patiententransport zurücklege. In der Woche? Er lacht. Am Tag? Er nickt.

Aber so härte ich mich ab und lerne mal das gesamte Krankenhaus kennen. Ich sehe etliche verschiedene Stationen und komme auch mal mit jungen Patienten in Kontakt, was auf der Geriatrie sonst nicht der Fall ist – und das Fitness-Studio kann ich mir auch sparen.

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