interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Wer will hier Arzt werden?

Autor:
Thilo

Rubrik:
auszeit nach dem abi

30.03.2015

In diesem Beitrag möchte ich über die Menschen schreiben, die ich beim Auswahlverfahren an der Uni Münster kennengelernt habe. Weil es so viele unterschiedliche Lebensläufe sind. Weil jeder eine andere Motivation mitbringt, Arzt werden zu wollen.

Zu Beginn lernte ich Isabell aus dem Harz kennen, die bis dato BWL studierte und damit sehr unzufrieden war. Medizin wäre ihre Alternative gewesen nach dem Abi, auf die sie nun zurückgreift. Mein Sitznachbar beim Test war Tobias, der sich mittlerweile im dritten Semester seines Jura-Studiums befindet, das ihm aber immer weniger zusagt. Lieber möchte er seinen guten Notendurchschnitt im Abi nutzen, um Medizin zu studieren.

Mareikes Bekanntschaft mache ich erst auf der Rückfahrt. Sie befindet sich noch in der Krankenpflegeausbildung, kann es aber kaum erwarten, Medizin zu studieren. Auch im Zug Richtung Heimat traf ich Clara, die wie ich momentan einen Freiwilligendienst absolviert und diesen auch dazu nutzen möchte, ihre Chancen auf einen Studienplatz in Medizin zu verbessern. In Freiburg hat sie ihre Stelle, obwohl sie gebürtig aus Hamburg stammt. Ich wurde beinahe neidisch: Hätte ich für mein FSJ auch von zu Hause weggehen sollen? Die vierte im Bunde der Zugfahrer nach Hause war Frieda aus Rostock. Auch sie hat erst eine Krankenpflegeausbildung begonnen, würde sie jedoch zugunsten eines Medizinstudiums vorzeitig beenden.

Interessant waren auch die Begegnungen mit Hannah und Hanna. Erstere stammt aus Mainz und studierte bislang Psychologie, merkte aber bereits nach einem Semester, dass sie in dem Studiengang falsch war. Letztere studiert bislang noch nicht, kann aber schon ein Pflegepraktikum vorweisen und legte Praktika in diversen medizinischen Einrichtungen ab, so auch in einer psychiatrischen. Sie hat bereits eine Wohnmöglichkeit in Münster gefunden und möchte diese ungern wieder absagen müssen.

Als sehr spannend empfand ich auch die Begegnung mit einer 33-jährigen Heilpraktikerin. Sie möchte Medizin studieren, weil das mit den Abrechnungen leichter sei. Dass sie erst mit 40 fertig werden würde, störe sie nicht, da sie immer noch lange genug als Ärztin arbeiten würde.

Ich frage mich, ob ich in diese Gruppe aus angehenden Medizinstudenten passe? Meine Antwort: Ja, inmitten solcher Menschen fühle ich mich sehr gut aufgehoben.

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