interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Träume vs. Realität

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

01.06.2015

Indien, Ghana, Kenia, Südafrika, Thailand, vielleicht sogar Krisenstaaten wie Afghanistan und Syrien sind mögliche Orte, an denen man sich freiwillig engagieren kann. Meist läuft so ein Freiwilligendienst über Organisationen. Auch ein Freund und ich hegen heimlich den Plan, nach meinem FSJ im Krankenhaus und vor dem Studium noch gemeinsam für einen Monat die Heimat zu verlassen. Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, beim Aufbau der Infrastruktur, bei der Erziehung von Kindern oder bei landwirtschaftlicher Arbeit zu helfen. Vorweg: Das wird nichts.

Wir suchten auf etlichen Seiten nach Angeboten und stießen stets auf sehr interessante Möglichkeiten. Die meistgestellte Frage: „Und? Wie teuer kommt das dann?“ In allen Fällen lautete die Antwort gleich: zu teuer. Warum muss ein Freiwilligendienst so teuer sein? Soll das eine Diskriminierung derer sein, die nicht viel Geld haben? Wohl kaum. Vielmehr wird von dem Geld, das man zahlt, die Organisation unterhalten. Ebenso fließen die Gelder in die durch freiwillige Arbeit unterstützten Staaten. Auch müssen Flüge, Transfers und Sprachkurse bezahlt werden. Es kommen viele Kostenfaktoren zusammen, die allesamt nachvollziehbar sind. Wir haben nur eine Organisation ausfindig gemacht, die jegliche Unkosten übernimmt und sogar ein Taschengeld von 100 Euro in Aussicht stellt. Alle anderen verlangen ziemlich viel Geld. Doch selbst wenn ich eisern spare, werde ich diese Kosten nicht aufbringen können. Ich verdiene im Krankenhaus nämlich nur knapp 400 Euro. Schade!

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