interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Kreuzung

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

05.06.2015

Momentan zerbrechen viele Beziehungen um mich herum. Das macht mir Angst. Angst davor, dass es mir genauso ergehen könnte, wenn ich bald zum Studieren nach Münster ziehe. Es ist merkwürdig zu sehen, wie langjährige Beziehungen zerbrechen, als hätte damals auf der Verpackung das Abitur als Mindesthaltbarkeitsdatum gestanden. Woran kann das liegen? Ich denke, dass sich während der Schulzeit ein gewisser Alltag in Beziehungen eingeschlichen hat, der sie laufen ließ, ohne dass sich die dazugehörigen Parteien Gedanken machen mussten. Das Ende der Schulzeit bedeutet nun auch, dass der Alltag wieder neu entworfen werden muss. Und das ist gar nicht so leicht, wenn man studienbedingt in verschiedenen Städten wohnt, man einen Haufen neuer Leute kennenlernt und jeden Tag neue Erfahrungen macht. Die Frage ist auch, wie belastbar man ist. Eine Fernbeziehung kann durchaus kräftezehrend sein. Man ist oft viele hunderte Kilometer voneinander getrennt, schafft scheinbare Nähe durch Videochats und Telefonie, kommt sich aber natürlich nie so nahe wie im direkten Kontakt.

Führt also die Umstellung des eigenen Lebens unweigerlich dazu, dass alles infrage gestellt wird? Ja, und das ist auch gut so. Dass etwas angezweifelt wird, bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass man es ablehnt und beendet. Im Gegenteil: Man macht sich wieder Gedanken und überlegt, ob einem die Sache noch wichtig genug ist. Und das ist doch eine gute Sache!

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