interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Schwere Kost

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

12.06.2015

Im Rahmen des dritten Seminars des Bundesfreiwilligendiensts in Berlin besuchten wir das Strafgefangenenlager Hohenschönhausen. Was ich dort erlebte, ließ mich lange nicht mehr los. Ein Zeitzeuge führte uns durch die Zellen und erzählte von seinen Erfahrungen. Es kam mir vor, als könnte ich die Schreie noch nachhallen hören, die die Häftlinge ausstießen, die hier isoliert und gefoltert wurden. Nicht wenige Menschen sind hier ums Leben gekommen.

Berlin hat darüber hinaus vieles zu bieten, das als geschichtsträchtig bezeichnet werden kann. Eingeladen wurden wir offiziell von Peter Meiwald, einem Abgeordneten der Grünen im Bundestag, der uns auch teilweise begleitete. Organisiert hat dieses Seminar die Diakonie in Zusammenarbeit mit dem Bundespresseamt. In absoluter Zeiteffizienz besuchten wir etliche Orte der Hauptstadt. Leider kamen wir am ersten Tag erst mit großer Verspätung an, weil unser Bus einen Unfall hatte. Auch deshalb war der Zeitplan wohl so straff.

Untergebracht wurden wir im „Ludwig van Beethoven“, einem Drei-Sterne-Hotel an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln. Unsere ständigen Begleiter waren Informationen: politische, historische, gesellschaftliche, kulturelle – und die durch sie ausgelösten Gedanken und Gefühle.

Keinem von uns war nach dem Besuch im ehemaligen Strafgefangenenlager jedenfalls nach Lachen zumute. Man konnte sich richtig einfühlen und bekam eine Vorstellung davon, wie es gewesen sein muss, als Insasse dort einige Jahre zu verbringen.

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