interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Freiheit

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

23.07.2015

Ihr werdet nicht glauben, was einer Freundin von mir neulich passiert ist. Sie lebt seit ein paar Monaten in Berlin und hat – ohne sich viele Gedanken zu machen – die Wohnung verlassen, obwohl ein Fenster geöffnet war. Bei uns auf dem Land ist dieses Verhalten gang und gäbe – in der Hauptstadt hingegen sollte man vorsichtig sein. Aber sie hatte Glück: Als sie nach Hause kam, stand ein Polizist in der Küche und kein Einbrecher.

Warum ich euch das erzähle? Weil ich ihren Schritt, einfach wegzuziehen und sich etwas Neues in einer fremden Stadt aufzubauen, sehr beachtlich finde. Ihr großes Ziel ist die Schauspielerei. Doch bis dahin wird es ein langer Weg werden. Ich vermute, sie wird sich bis dahin mit Aushilfsjobs über Wasser halten, immer wieder an ihre finanziellen Grenzen gelangen und ohne wirkliche Sicherheit ihr Leben bestreiten. Andere Freunde sind für ein Jahr ins Ausland gegangen. Das ist meiner Meinung nach etwas ganz anderes, schließlich haben sie die Gewissheit, wieder zurückzukommen.

Meine Freundin aus Berlin war neulich in unserer gemeinsamen Heimat, in der ich immer noch lebe. Sie beschrieb das Gefühl, hierher zu kommen, einerseits als toll, andererseits aber auch als beklemmend. Ich konnte nachfühlen, was sie mit der Beklemmung meinte. Was sie will, ist Freiheit. Und ich spüre, wie dieser Wunsch auch in mir langsam Gestalt annimmt.

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