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Mein freiwilliges Jahr

Abschied

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

04.08.2015

Als ich das letzte Mal als Kapitän mit meinen Jungs auf dem Platz stand, wurde ich ganz sentimental. Ich werde ganz schön viel zurücklassen, wenn ich bald zum Studium nach Münster gehe. Insgesamt fallen mir viele Dinge auf, die ich hier wohl zum letzten Mal tue. Es wird mir fehlen, alle Leute im Ort zu grüßen, wenn ich sie auf der Straße treffe. In Münster werde ich zunächst mal nicht viele Menschen kennen. Ich löse mich also langsam von alten Gewohnheiten, nehme sie aber sehr bewusst wahr und bin ziemlich traurig deswegen. Ich muss nun Platz machen für neue Dinge, neue Erfahrungen und neue Gewohnheiten. Sich dagegen zu stemmen, bringt nichts. Das ist der Lauf der Dinge und man sollte sowieso alles so nehmen wie es kommt.

Besonders schwer fällt es mir aber, meinen Fußball-Verein zu verlassen. Das Gefühl, im Trikot auf den Platz zu gehen, seine Mannschaft 90 Minuten anzutreiben und alles zu geben, ist unbeschreiblich. Und soll bitte nicht mehr wiederkehren, da nichts in der Zukunft an die Zeit bei meinem Verein anknüpfen kann. Alles wird eine glanzlose Kopie dessen sein, was ich hier hatte.

Den finalen Elfmeter habe ich übrigens zum 5:1 verwandelt. Diesen letzten Triumph genoß ich sehr. Ich schrie aus vollem Hals, ließ mich von meinen Kollegen bejubeln und wir feierten ausgiebig. Nach dem Abpfiff ging ich in Richtung Kabine. In der linken Hand hielt ich meine Kapitätsbinde, die rechte wischte Schweiß aus dem Gesicht. Oder doch eine Träne?

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