interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Eine Woche voller Action

Autor:
Katha

Rubrik:
orientieren

07.09.2015

Action im Altenheim – wer hätte das gedacht? Üblicherweise steht bereits montags das Highlight der Senioren im Programm, wenn Agathe kommt und den ganzen Morgen zum Sitzsport animiert. Dann stehen alle pünktlich im Gemeinschaftssaal. Eine Stunde später sind die älteren Herrschaften zwar fix und fertig, können aber mit gutem Gewissen den Rest des Tages ruhiger angehen lassen. In dieser Woche sieht es allerdings anders aus. Am Montag stand mit Agathe nicht nur der wöchentliche, sondern mit dem Auftritt eines Akkordeon-Spielers auch gleich der monatliche Höhepunkt an. Und die Woche ging gerade so weiter: Am Dienstag folgte eine Platinhochzeit (70 Jahre), am Mittwoch das Fest der Geburtstage, das alle zwei Monate gefeiert wird, und am Donnerstag ein Ausflug zum Forellenfischen.

Das ist der ideale Rentnersport, könnte man meinen. Doch leider ließ der Erfolg der Omas und Opas auf sich warten. Während Begleiter Bernard einen Fisch nach dem anderen aus dem Teich zog, hatte nur einer der älteren Herren etwas an der Angel. Stolz wurde er sofort mit seinem Fang fotografiert. Einen Moment später hatte er aber Erbarmen und schmiss den Babykarpfen wieder ins Wasser zurück. Schließlich waren wir doch auf Forellenjagd! Plötzlich schrie eine Rentnerin am anderen Ende unserer beschaulichen Gruppe um Hilfe. Der Fisch, den sie an ihrer Angel hatte, wäre zu stark und sie könne die Angel nicht mehr halten. Sofort eilten ihr alle Begleiter zur Hilfe, nur um festzustellen, dass die gewiefte alte Dame ein Stück Holz an ihrem Haken befestigt hatte, um uns hereinzulegen. Eine halbe Stunde später war einer anderen Seniorin genau das passiert, was uns die alte Dame zuvor vorgespielt hatte. Ein Fisch biss unerwartet an, mangelnde Konzentration und Kraft ließen die Seniorin loslassen und der Fisch floh samt Angel.

Gekrönt wurde die Woche am Freitagabend, an dem wir ein Fest für unsere Senioren, deren Familien und andere Dorfbewohner ausrichteten. Mit knapp 200 Flammkuchen, einem jungen Blasorchester und mehr Besuchern als Bewohner, kam ziemlich schnell Schwung ins Haus. Nach zwölf Stunden Arbeit war das aber auch das einzige, was mich und meine Kollegin noch auf den Beinen hielt.

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