interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Soft Skills & Berufsalltag

Autor:
Andreas

Rubrik:
auszeit nach dem abi

20.08.2008

Mein vorletzter Tag hat begonnen und ich habe beschlossen ein Resümee zu schreiben. Was hatte ich eigentlich von dem Jahr?  Ich könnte jetzt spontan nicht sagen, was mir dieses Jahr aktiv gebracht hat, außer dass ich gelernt habe, schneller zu tippen. Aber ich habe mich bestimmt weiterentwickelt, konnte meine Stärken ausbauen und meine Schwächen oder Ängste abbauen. Zum Beispiel habe ich durch die Dachführungen jetzt weniger Höhenangst. Die „Telefonangst" (oder besser Panik) habe ich wohl endgültig besiegt. In der Bewertung, die ich vom Verwaltungschef bekommen habe, steht drin, meine Stärken würden in der Besucherbetreuung und im Umgang mit Kollegen liegen. Das habe ich vorher auch nicht gedacht.

Sonst habe ich viel mitbekommen, wie es in einem Museum so hinter den Kulissen abläuft. Außerdem konnte ich erste Berufserfahrungen sammeln, habe ein Jahr lang im Berufsalltag gelebt und habe jetzt schon mal eine Vorstellung wie es im Berufsleben irgendwann aussehen wird.

Die ewige Frage, warum denn ein FSJ und kein Zivi kann ich immer noch nicht beantworten. Ich gebe zu, dass ich hier mit völlig utopischen Vorstellungen reingekommen bin. Von wegen wissenschaftliches Arbeiten, Ausstellungen mitorganisieren, Führungen übernehmen und auf keinen Fall Büro- und Sekretariatsarbeit übernehmen. Wenn ich etwas nachgedacht und richtig zugehört hätte, hätte ich das gewusst. Ich bin schließlich in keinster Weise dafür qualifiziert eine Ausstellung mitzugestalten oder durch die Ausstellung zu führen. Dafür fehlt mir das Wissen und die Erfahrung.

Im Großen und Ganzen war das Jahr toll. Ich habe tolle neue Leute kennen gelernt - mein FSJ-Kollege ist jetzt einer meiner dicksten Freunde - habe mein geschichtliches Wissen erweitern können und ein paar dieser tollen „Soft-Skills" erworben.

Nun die alles entscheidende Frage: Würde ich es weiterempfehlen? Ich würde jedem, der noch nicht genau weiß, was er machen will, ein FSJ empfehlen. Es ist super, um ein Jahr zu überbrücken, in einen Beruf reinzuschnuppern, erste Berufserfahrungen zu sammeln und es macht sich gut im Lebenslauf. Bei Zivis sieht die Sache anders aus. Da kommt es ganz darauf an, welches Einsatzgebiet man hat. Als Zivi ein FSJ im Krankenhaus zu machen, ist reichlich dämlich (gleiche Arbeit, längere Dauer und schlechter bezahlt). Alle anderen, etwas ausgefalleneren Einsatzgebiete wie Museen, Sportanlagen, Kulturhäuser haben meistens keinen Zivi, aber eventuell ein oder zwei FSJ`ler. Das sind dann auf jeden Fall attraktive Alternativen zum "normalen" Zivildienst. Also ja, ich kann das FSJ nur weiterempfehlen.

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